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Jimmy Page 1973 in Bloomington.

Jimmy Page

Und es wurde laut

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Ist Jimmy Page nun der größte oder der zweitgrößte lebende Rockgitarrist? Egal, jedenfalls feiert er seinen 75. Geburtstag. Zur Musik ist er wie alle aus seiner Generation gekommen.

Seinen größten Auftritt überhaupt hatte Jimmy Page am 24. August 2008, es war zugleich sein bizarrster. Er stand damals auf dem offenen Oberdeck eines Doppelstockbusses im Olympiastadion von Peking und spielte gewohnt lässig das Riff zu „Whole Lotta Love“, während unten Artisten um den Bus herumtanzten und auf einem Plateau zehn Meter über ihm Leona Lewis dazu sang. Sein beseeltes Lächeln bei dieser Performance mag dem Gedanken geschuldet gewesen sein, dass ihm genau in diesem Moment Hunderte Millionen von Fernsehzuschauern in aller Welt zusahen. Page war von den Veranstaltern der olympischen Schlussfeier als Botschafter Londons eingeladen worden, wo die Spiele vier Jahre darauf stattfinden sollten.

Sie hätten keinen Besseren finden können, jedenfalls keinen besseren Gitarristen. Seit Ewigkeiten wird Jimmy Page in der Liste der größten Gitarristen aller Zeiten auf Platz drei geführt, hinter Jimi Hendrix und Eric Clapton. Hendrix ist tot und Clapton kommt nicht aus London. Wobei zu diskutieren wäre, ob nun eigentlich der Schönspieler Clapton oder der Powervirtuose Page der ranghöhere von beiden ist. Wird es ja auch, und zwar ebenfalls seit Ewigkeiten. An diesem Mittwoch feiert der größte (oder eben zweitgrößte) lebende Rockgitarrist seinen 75. Geburtstag.

Gott sprach, es könnte laut werden

Zur Musik ist er wie alle aus seiner Generation gekommen, über die Bluesplatten aus Amerika und das Herumdilettieren auf einer billigen Klampfe. Schon als 13-Jähriger hatte James Patrick Page seinen ersten Fernsehauftritt als Gitarrist einer Skiffleband. Gefragt, ob er das später auch mal beruflich machen wolle, verneinte der Junge damals artig. Sein Ziel sei es, Biologe zu werden, um in die Krebsforschung zu gehen.

Es kam anders – über Stationen als Studiomusiker für Werbejingles, Filmmusiken und Plattenproduktionen (etwa für die Kinks und für die Rolling Stones) und ersten Engagements in Bands (The Yardbirds) qualifizierte sich Jimmy Page schließlich für die Erschaffung seines Lebenswerks: Led Zeppelin. Gott sprach, es könnte laut werden. Und es wurde laut.

Als Komponist, als Gitarrist und als Produzent der Gruppe hat sich Jimmy Page weniger als Instrumentalist, denn als Schöpfer eines Soundsystems gesehen. Bis heute fasziniert Led Zeppelin durch die ungeheuerliche Dynamik aus Wispern und Donnern, Zartheit und Gewalt, Licht und Düsternis. Anders als viele seiner Blueskollegen, die sich ihren Rock’n’Roll bei Chuck Berry abhörten, fühlte sich Page eher vom US-Hardrock-Pionier Link Wray inspiriert.

Wenn sich die mächtigen Akkorde seiner elektrischen Gitarre mit einer an der englische Folklore geschulten akustischen Spieltechnik seines einheimischen Vorbildes Bert Jansch verbanden, entstanden Wunderwerke wie „Babe I’m Gonna Leave You“ vom ersten Album, am 12. Januar 1969 erschienen. Fünfzig Jahre – und noch keinen Tag alt.

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