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Der Windsbacher Knabenchor zu Gast beim Rheingau Musik Festival.
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Der Windsbacher Knabenchor zu Gast beim Rheingau Musik Festival.

Rheingau Musik Festival

In den Wogen des Kontrapunkts und der Harmonie

Der Windsbacher Knabenchor wirft sich in der Basilika von Kloster Eberbach mutig in Bachs h-Moll-Messe.

Ein Sommer voller Chorkonzerte: Nach dem Tölzer Knabenchor, der hier mit knapp 40 Stimmen kürzlich Händels „Messias“ sang, trat jetzt der Windsbacher Knabenchor für Johann Sebastian Bachs h-Moll-Messe in fast doppelt so großer Besetzung an. Wer sich vom solistisch wirkenden Strahlen und der radikalen Transparenz der kleinen Lösung hatte bezirzen lassen, war an der Opulenz gar nicht mehr so interessiert. Fesselnd aber war es trotzdem, die große, lebhafte Schar im Ringen mit einem extrem anspruchsvollen, vor kontrapunktischer Vielschichtigkeit und Virtuosität berstenden Werk zu erleben.

Dirigent Martin Lehmann, der den Chor seit 2012 führt, hatte es – mit Blick auf die stimmbruchbedingte Fluktuation, wie er im Programmheft berichtet – mit mehr als hundert Sängern einstudiert. Und musste bei Null anfangen, weil die Windsbacher offenbar seit Jahren keine h-Moll-Messe mehr im Programm hatten. Routine war nicht zu befürchten, eher sah man, wie der Dirigent in der fürs Publikum hierfür wunderbaren, für die Musiker vermutlich beinharten Akustik den Laden zusammenhalten musste. Es war einmal kein schnurrender Apparat zu erleben, sondern fitte und hochkonzentrierte, aber auch sehr geforderte Akteure in den Wogen der Musik. Wogen, in denen es zu temporären Verschiebungen kam, aber doch ein schön ausbalanciertes Verhältnis zwischen tiefen und hohen Stimmen bestand. Auch gab es wunderbar kompakte Momente wie im an- und abschwellenden „Amen“ am Ende des 1. Teils. Das leichte Auseinanderdriften von Zeit zu Zeit hatte seine Reize. Junge Menschen mitten an der Arbeit und mit dem Mut, die die h-Moll-Messe braucht. Für das „Sanctus“ verteilten sich die Männerstimmen neu, Tenöre und Bässe nun in Schichten.

Die Begleitung durch das Freiburger Barockorchester, ein Fels in der Brandung, war überzeugend. Dagegen nicht immer die Verwendung der historischen Instrumente, die den Solisten (etwa dem armen Hornisten in der Bass-Arie „Quoniam tu solus Sanctus“) manchmal mehr abverlangten, als sie klanglich brachten. Anders als im „Messias“ spielt das Solistenquartett eine weniger zentrale Rolle: Feingliedrig und agil der Sopran von Robin Johannsen, dazu kamen der Alt von Sophie Harmsen, der elegante Tenor von Julian Prégardien und Andreas Wolfs äußerst ansprechender, milder und doch durchsetzungsfähiger Bass.

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