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David Garrett.
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David Garrett.

David Garrett Alte Oper Frankfurt

Viele, viele Noten

David Garrett mit dem Motto „Italien“, Paganini und Vivaldi in der Alten Oper Frankfurt.

Von Bernhard Uske

Besser als das Programm ist der Raum ein Indikator für den Habitus eines Konzerts. Wenn David Garrett in der Frankfurter Festhalle auftritt, wie es am 4. und 5. Oktober dieses Jahres geschehen wird, dann ist „Crossover“ angesagt. Und wenn der Menschenfischer in Sachen Ernste Musik in der Alten Oper spielt, dann ist er „klassisch unterwegs“. 250 000 Mal hat sich seine Aufnahme des Violinkonzerts Ludwig van Beethovens verkauft und es damit in die Charts gebracht – ein singulärer Vorgang.

Aber auch in seinem angestammten Revier bewegt sich der Meistergeiger auf allen Hochzeiten in zünftiger Garrett-Kluft: bedrucktes T-Shirt, Silberringe, Sakko, sackige Jeans und halbgeschnürte Stiefeletten. Ein Hauch Crossover-Vintage durchwehte den Großen Saal zudem bei der Conférence, die knappe Hinweise auf die Stücke und eher weniger als mehr prickelnde Anekdoten aus dem Leben eines Stars enthielt.

Besessen ist er nicht

Das Programm stand unter dem aufregenden Motto „Italien“ und bestand im ersten Teil aus virtuosen Sätzen und Sätzchen barocker und romantischer Zeit, die nicht umsonst zweimal mit dem Namen Paganini verbunden waren. Garrett hat im Kino-Film „Der Teufelsgeiger“ den geigerischen Pop-Star des 19. Jahrhunderts gespielt – eine grandiose Fehlbesetzung, denn Garrett ist ein netter, aufgeräumter und mit dem Reiz berufsjugendlicher Harmlosigkeit begnadeter Musiker. Meilenweit entfernt von dem besessenen, giftigen und in syphilitischer Zahnlosigkeit endenden Wrack, für das Klaus Kinski 1988 der richtige Darsteller gewesen ist.

Da konnten Töne noch so schnell aus Garretts Geige purzeln: von Dämonie keine Spur. Zumal sämtliche Stücke in Orchester-Arrangements (von Garrett und van der Heijden) geboten wurden, was die solistische Exponierung und damit den Reiz des Risikos von Unschärfen und Schlimmerem doch mächtig minderte: irgendwie lief alles auf Nummer Sicher heraus.

Fest, volltönend, nicht zu mächtig

Damit der Schlagzeuger des begleitenden Verbier Festival Chamber Orchestras (Leitung Christoph Koncz) nicht arbeitslos zu sein brauchte, kam noch ziemlich sinnfreies Rühren und Klopfen der Trommel dazu. Bei der „Figaro“-Ouvertüre und dem 1. Satz der 4. Mendelssohn-Sinfonie hatte das Zusammenspiel von Holzbläsern und Streichern noch nicht Tritt gefasst, was bei Antonio Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ dann wegfiel. Markanter Rhythmus, blühende, schön schwingende Flächen und dazu Garretts fester, volltönender und nicht zu mächtiger Strich.

Perfekt die Harmonie von Solo und Tutti. Eine glänzende, auf dem breiten Weg gängiger Interpretation einhergehende Darstellung. Die einzige Zugabe war Henryk Wieniawskis Etude-Caprice op. 18 Nr. 4. Nach Garrett „ein Stück mit vielen, vielen Noten.“

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