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Bruce Springsteen in Frankfurt.
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Bruce Springsteen in Frankfurt.

Bruce Springsteen in Frankfurt

Er versucht, nicht drüber nachzudenken

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Bruce Springsteen in Frankfurt, ganz geheim: Persönlich stellt er hier seine Autobiografie "Born To Run" vor.

Es ist einerseits kompliziert, andererseits gar nicht kompliziert, den Musiker Bruce Springsteen zu seiner Autobiografie „Born to Run“ (FR vom 28. 9.) zu befragen. Das Komplizierte betrifft die Anmeldeformalitäten und die unbedingte Diskretion – der Heyne-Verlag möchte verständlicherweise nicht Trauben von Fans vor dem Frankfurter Aufenthaltsort des Stars (und nun auch noch Bestsellerautors) sehen. Unkompliziert ist dann Springsteen selbst, sowohl in der Befragung von WDR-Musikredakteur Thomas Steinberg, als auch zuletzt bei den Fragen aus den Journalistenreihen. Er ist lässig, witzig, entspannt, murmelt auch mal ins Mikro, er sei schon dankbar, wenn man ihn nicht nach Trump frage – und lacht sein herrlich dreckiges, kehliges, kindisches Lachen.

Der mit Privatem stets diskret umgehende Springsteen hat eine Autobiografie geschrieben, sieben Jahre brauchte er nach eigenen Angaben dafür; am meisten Aufsehen erregte, dass er darin Auskunft gibt über seine Depressionen. Auch über die Erkrankung kann er zur Zeit – „eine gute Phase“ – scherzen: „Ich gehe seit 30 Jahren in die Analyse, einer meiner Ärzte ist mir bereits weggestorben.“ Und wieder dieses kichernde Lachen.

Ein anderes großes Thema von „Born to Run“ ist die Kindheit und sind die Eltern, der cholerische, trinkende Vater vor allem, von dessen irischer Seite er die Depressionen geerbt habe. Douglas Springsteen starb 1998, Mutter Adele lebt noch, sei allerdings, sagt Springsteen in Frankfurt auf eine Frage, mittlerweile so an Alzheimer erkrankt, dass sie keine Meinung mehr zu seiner Autobiografie formulieren könne.

Er erzählt ein paar Dönkes aus seinem Leben – der blutjunge, pickelige Bruce träumt davon, bei einem Konzert der Stones den kranken Mick Jagger ersetzten zu können; der 30-jährige Bruce hat Angst vor den forschen Prostituierten auf der Reeperbahn –, liest einige kurze Passagen aus seinem Buch (672 Seiten in der Übersetzung!). Schon wenige Zeilen des englischen Originals zeigen, dass das Ohr des Prosa-Schreibers Springsteen immer offen ist für Rhythmus und Fluss der Wörter.

Aber natürlich wird nach seiner Musik gefragt. Er nimmt das Wort Erhabenheit in den Mund, ohne dass es eitel wirkt, er spricht davon, dass man sich diese Erhabenheit verdienen müsse. Man brauche nicht immer großartige Musik, großartige Texte, man brauche die richtige Musik und die richtigen Lyrics. Am Song „Born to Run“, so erzählt er, habe er sechs Monate gearbeitet. Und wie sei es mit der Last, eine Legende zu sein, mit seiner Musik so vielen Menschen so ungeheuer viel zu bedeuten? „Ich versuche, nicht zu sehr darüber nachzudenken.“ Nein, es liege darum nicht als Last auf seinen Schultern.

Nach Trump wurde Springsteen, siehe oben, nicht gefragt, wohl aber nach dem Nobelpreis für Bob Dylan. Als Musiker finde er, „of course“, dass auch ein Musiker den Preis bekommen können sollte. Und dann kichert er schon wieder: „Ich erwarte in nächster Zeit keinen Nobelpreis.“

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