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Jazzkeller Frankfurt

Verbrannt!-Trio im Jazzkeller-Stream: Drei Männer und viele Stile

  • VonStefan Michalzik
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Verbrannt!, ein Trio von jungen Talenten, im Stream des Frankfurter Jazzkellers.

Jannis Krüger ist ein technisch hochvermögender Pianist, eine Art von neuem „Young Lion“, mit seiner Virtuosität geht er einnehmend selbstverständlich und uneitel um. Einmal quer durch die Geschichte des Klaviers im modernen Jazz: fast schon kompendiumshaft wirkt die rasante Tour durch unterschiedliche stilistische Ansätze der fünfziger bis siebziger Jahre. Krüger und die Musiker seines Verbrannt!-Trios um den Bassisten Thomas Eilingsfeld und den Schlagzeuger Maximilian Autsch haben sich an der Musikhochschule in Würzburg kennengelernt, zum Teil stehen sie noch vor dem Abschluss. Der Frankfurter Jazzkeller hat ihnen nun ein Newcomer-Feature bei seinen Onlinekonzerten gewidmet.

Hardbop ist das Fundament in dem Pluralismus der Stile. Eine besondere Liebe Jannis Krügers gilt dem perkussiven Stil eines Thelonious Monk mit seinen harmonisch wie dynamisch querständigen Impulsen, dann aber wieder auch – um den Gegenpol zu nennen – groovt die Musik herrlich abgerundet und swingend wie bei Oscar Peterson.

Straff geschnürter Klang

Und natürlich spielt bei diesem stilübergreifenden Ansatz Chick Corea eine wichtige Rolle. Die melodischen, formal geschlossen wirkenden Kompositionen stammen zumeist von Krüger, mal auch von Autsch, hinzu kommen Standards unter anderem von Irving Berlin und Dizzy Gillespie; grundlegend für den straff geschnürten Ensembleklang ist das Triomodell eines weniger klassisch begleitenden als kommentierenden Musizierens seitens Bass und Schlagzeug, mit immer neuen Spannungen und Herausforderungen und bemessenen Räumen für die solistische Improvisation.

Das alles präsentiert sich abwechslungsreich, zugleich wirkt der Pluralismus von Jannis Krüger und dem Verbrannt!-Trio allerdings auch so, wie wenn der Prozess der musikalischen Selbstfindung noch nicht abgeschlossen ist. Ist der Pluralismus nun tatsächlich das Ziel – wogegen ja nichts zu sagen wäre –, oder handelt es sich noch um eine Phase des Anlaufs?

So oder so wäre diesem Trio mit seinen großartigen Musikern noch ein Schuss mehr Eigensinnigkeit zu wünschen, das Potenzial dafür hat es. In „Skyline“, einer Komposition von Maximilian Autsch, geht es in freie Gefilde, mit einem Bogenschlag von Monk zu harmonischen Schwebungen zwischen Debussy und Schönberg. Historisch gut abgesichertes Terrain auch dies. Da könnte dieses vielversprechende Trio womöglich weitermachen. Spannend zu wissen, wo es in zwei Jahren stehen wird.

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