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Tocotronic stellen neues Album mit „Stofftierarmee“ vor

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Tocotronic
Mit Plüschtieren und im Kreis: Tocotronic im SO36. © Martin Jeisson/Universal/dpa

Eigentlich wollten Tocotronic ihr neues Album bei einer Release-Party in der Berliner Volksbühne vorstellen. Aber die Indie-Band musste umdisponieren.

Berlin - Stream statt Party - mit einem Konzert coronabedingt weitgehend ohne Zuschauer hat die Band Tocotronic am Freitagabend in Berlin ihr neues Album „Nie wieder Krieg“ vorgestellt.

Geplant war zunächst eine Release-Party in der Volksbühne. Wegen der Pandemie wurde es dann ein Konzert mit nur wenigen Menschen im Szene-Club SO36 in Berlin-Kreuzberg. Das rund einstündige Konzert wurde im Internet gestreamt und vom rbb-Radiosender radioeins übertragen.

Sänger Dirk von Lowtzow, Bassist Jan Müller, Gitarrist Rick McPhail und Schlagzeuger Arne Zank machten das Zentrum des Clubs zu ihrer Bühne und spielte in einem Kreis aufgestellt zueinander gewandt. Der Rest des Raumes blieb im Dunkeln. Auch Showelemente fehlten weitgehend, nur die bei Tocotronic bekannten Plüschfiguren waren auf Verstärkern und an Mikrofonständern platziert. „Wir haben unsere ganze Stofftierarmee mitgebracht“, sagte von Lowtzow.

Seit fast drei Jahrzehnten sind Tocotronic mit Indie-Rock dabei. Die Band wird neben Blumfeld und Die Sterne trotz weitgehender Übersiedlung in die Hauptstadt noch immer zu den wichtigsten Vertretern der intellektuellen „Hamburger Schule“ gezählt. Die letzten acht Platten waren alle in den Top Ten platziert.

Vom neuen Album spielte Tocotronic etwa die bereits veröffentlichten Singles „Nie wieder Krieg“ und „Jugend ohne Gott gegen Faschismus“. Auch das am Freitag als Single herausgebrachte „Ich hasse es hier“ war im Programm. Im Video zum Song lässt die Band Schauspiel-Nachwuchsstar Helena Zengel („Systemsprenger“) durch einen Dinosaurierpark toben.

Den zur Pandemie herausgebrachten Song „Hoffnung“ spielte Tocotronic ebenso wie das bereits 1999 entstandene „Die neue Seltsamkeit“, das von Lowtzow mit Blick auf die Corona-Situation als „fast prophetisch“ bezeichnete. Auch andere ältere Songs wie „Die Welt kann mich nicht mehr verstehen“, „Jungfernfahrt“ oder „Electric Guitar“ waren dabei.

Für März und April ist eine Tour zum neuen Tocotronic-Album geplant. dpa

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