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Die hr-Bigband hatte diesmal Theresia Philipp als Dirigentin und Shannon Barnett als Posaunistin zu Gast. Foto: Dirk Ostermeier/ HR
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Die hr-Bigband hatte diesmal Theresia Philipp als Dirigentin und Shannon Barnett als Posaunistin zu Gast.

Frankfurt

Theresia Philipp und Shannon Barnett bei der hr-Bigband: Erweiterter Horizont

  • vonStefan Michalzik
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Die hr-Bigband mit Dirigentin Theresia Philipp und Posaunistin Shannon Barnett.

Zeitgenössischer orchestraler Jazz in großer Formenvielfalt ist in diesem Konzert der hr-Bigband mit Theresia Philipp am Pult und der Posaunistin Shannon Barnett als Gastsolistin zu erleben. Der Abend gehört in die Streamingreihe „... invites ...“, die ausschließlich Musikerinnen gewidmet ist.

Philipp, geboren 1991 in der Oberlausitz, hat als Saxofonistin im Spielmannszug begonnen; Barnett tritt auch in einer New-Orleans-Jazzband und im Ensemble „Echoes of Swing“ auf – eine solche Bandbreite der Erfahrungen weitet offensichtlich die Perspektive auch für ein avanciert modernes Musizieren. Barnett, 1982 in Australien geboren, war einige Jahre Mitglied der Bigband des WDR, heute ist sie Professorin an der Musikhochschule Köln, wo Philipp studiert hat und heute gleichfalls lehrt.

Für „Grallace and Womit“

F reie Improvisation mit unterschwelligem Funkgroove gleich zu Beginn des Konzerts aus dem Sendesaal in Philipps „Dezembersamstag“. In ihrer metrisch ungeraden musikalischen Knetfiguren-Hommage „Grallace and Womit“ ist Cool Jazz der Bezugspunkt, mit Anklängen an den „Growl“-Effekt bei Ellington im Unisonospiel der Bläser. Beinahe schumannesk, dann mit einer federnd perkussiven „Pranke“ das Klavierspiel von Sebastian Scobel in „Far Far“.

Als Komponistinnen eint Philipp und Barnett ein im Kern kammermusikalisches Verständnis von orchestralem Jazz. Zugleich kommt es immer wieder zu funkelnden Trio- und Quartettszenen mit der nominalen „Rhythmusgruppe“ um Martin Scales an der Gitarre, den Bassisten Hans Glawischnig, Scobel am Klavier und Jean Paul Höchstädter am Schlagzeug. Als Solistin ist Barnett eine Meisterin der improvisatorischen Findung, darin so frei wie diszipliniert. Einen Widerspruch zwischen Komplexität und Klarheit scheint sie nicht zu kennen. Grandios das Wechselspiel mit dem Posaunisten Günter Bollmann in Barnetts „Chasing the Second“. Berückend schön die isländische Ballade „Schmalrandig“ von Sigfús Einarsson, arrangiert von Stefan Karl Schmid, dem Saxofonisten aus Barnetts Quartett.

D ie Musik von Philipp wie von Barnett ist historisch belesen, aus einer dezidiert europäischen Jazzperspektive mit Nähe zur Kunstmusik heraus. Zugleich wirkt sie in ihrer Verbindung aus improvisatorischer Freiheit – auch für Solisten wie Tony Lakatos am Tenorsaxofon, Oliver Leicht am Altsaxofon, Martin Auer an der Trompete – und satztechnischer Raffinesse einnehmend unakademisch.

Via Youtube steht auch dieses Konzert weiter als Video zur Verfügung.

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