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Martin Lejeune.
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Martin Lejeune.

Jazz im Palmengarten

The Chamäleon Project: Jetzt aber hingehört

  • VonStefan Michalzik
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Martin Lejeune und The Chamäleon Project

Diese Musik wimmelt nur so von Möglichkeiten – trefflich insofern der Name von The Chamäleon Project, einer weiteren Band von Martin Lejeune. Der Frankfurter Gitarrist hat über die Jahre eine beträchtliche Zahl an Ensembles (mit-)begründet, auffällig ihre Spannweite. Swing Factory Inc. befasst sich vor allem mit dem Repertoire von Benny Goodmans Small Groups. Das Quintett Bändi hingegen hat sich der finnischen Spielart des Tangos verschrieben. Der überwiegende Teil der Bands jedoch hat eines gemein: die fundamentale Rolle des Grooves und eine Verwurzelung im Souljazz der Zeit um 1960. Art Blakey und seine Jazzmessengers, Cannonball Adderley, Horace Silver, das sind die Bezugspunkte, unter den Gitarristen vor allem Kenny Burrell und Grant Green.

In einem nicht rückwärtsgewandten, sondern traditionsbewussten und ambitionierten „Retro“ hat sich bereits die Musik von Lejeune-Formationen wie European Groove Orchestra oder Soul Jazz Dynamiters dargestellt. The Chamäleon Project treibt das noch einen Schritt weiter, ohne Abstriche bei der publikumswirksamen Unterhaltsamkeit. Jeder Musiker in diesem Solistenensemble steuert Kompositionen bei: Lejeune und Peter Lehel (Tenor- und Sopransaxofon, Bassklarinette, Tárogató, ein Ende des 19. Jahrhunderts in Budapest entwickeltes und der Schalmei verwandtes Instrument), Thomas Siffling (Trompete, Flügelhorn), Frederic Andrej (Tuba, Sousaphon, Bassposaune) sowie der Schlagzeuger und Perkussionist Markus Faller. Unterschiedlich die Handschriften, gemeinsam die musikalische Ästhetik.

Beispielhaft die Nummer „Tribute to Grant Green“, die zweite an diesem Abend im Palmengarten, in der Martin Lejeune die rasante Funkyness dieses stilbildenden Musikers aufgreift – er kopiert sie jedoch nicht, überführt sie stattdessen ins Zeitgenössische: Das ist die leitende Idee hinter The Chamäleon Project. Schillernd die Bandbreite vom Bluesmarsch bis zum Fusionjazz. Da kommt es vor, dass die musikantische Spielhaltung des Wurzeljazz aus New Orleans mit einer Avanciertheit übereinkommt, die an die New Yorker Downtownszene um die Knitting Factory erinnert. Und auch wenn die Band zum Schluss hin den applaussicheren Turbobläserfolk vom Balkan aufgreift, schmeißt sie sich nicht ran.

Immens und dabei unaufdringlich gehandhabt: die spieltechnische Finesse quer durch das Ensemble wie auch das kompositorische Vermögen, vom fein differenzierten Funkstomper bis zur kammermusikalischen Intimität. Das verdient Aufmerksamkeit bis hin zu den Bühnen der großen Festivals.

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