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Es sollte noch andere Lieder für sie geben: Bonnie Tyler. Foto: Tina Korhonen
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Es sollte noch andere Lieder für sie geben: Bonnie Tyler.

Neues Album

„The Best Is Yet To Come“: Holt Bonnie Tyler von der Kirmes ab

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
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Das neue Album der Sängerin heißt „The Best Is Yet To Come“. Das stimmt diesmal leider nicht.

Die Begeisterung für die Songs von Bonnie Tyler habe ich lange für mich behalten, allein schon deshalb, weil diese Bestandteil meiner popkulturellen Asservatenkammer waren, lange bevor ich mir zu den einzelnen Stücken ihren Namen gemerkt habe. „It’s A Heartache“ und „Total Eclipse of the Heart“ waren einfach da, ähnlich wie „Bette Davis Eyes“. Den Namen der Interpretin, Kim Carnes, musste ich googeln.

Bonnie Tyler habe ich als Kirmesmusik wahrgenommen, wobei meine Kirmeserfahrung sich bereits Mitte der 70er-Jahre erschöpft hatte, sieht man einmal von einem Besuch beim Deutsch-Französischen Volksfest in Tegel ab. Die pure Neugier, wie so etwas in Berlin wohl aussehen könnte, hat mich in den frühen 80er-Jahren dorthin getrieben. Wahrscheinlich wurde Bonnie Tyler dort tatsächlich an den großen Looping-Maschinen gespielt.

Wer ist die Zielgruppe für die Hymnen von Bonnie Tyler?

Wenn es eine Milieubindung für die ein gutes Dutzend umfassenden Hits der Bonnie Tyler gibt, so würde ich an Trucker als bevorzugte Zielgruppe dieser schwelgerischen Hymnen denken. Wie richtig ich mit dieser Assoziation lag, habe ich allerdings erst bei einer längeren Autobahnfahrt erfahren, auf der ich ein Best-Of-Album, das sich auf einer Speicherkarte befand, von vorn bis hinten durchgehört habe. Und danach gleich noch einmal.

Es handelt sich um Pathos-Pop, den viele meiner Zeitgenossen ablehnen, um ihren ambitionierten Musikgeschmack nicht zu beschädigen. Ich hingegen kann nicht anders, als mich mit einem gewissen Forscherinteresse den Niederungen verschiedener Erfolgsgattungen hinzugeben.

Früh schien es vorbei zu sein mit der Karriere von Bonnie Tyler

Zu Bonnie Tylers Geschichte sollte man wissen, dass ihre Karriere früh beendet schien. Ihre raue Stimme soll daher rühren, dass sie sich nach einer Operation, bei der sie sich Knötchen auf den Stimmlippen entfernen ließ, nicht an ein vorübergehendes Sprechverbot gehalten habe.

In den verschiedenen Phasen ihrer Laufbahn war sie von Branchengrößen wie Bon-Jovi-Produzent Desmond Child umgeben, aber auch von den Kostüm-Rockern um den genialischen Gene Simmons von Kiss. Und in den 90er Jahren produzierte sie drei Alben zusammen mit Dieter Bohlen, was zumindest hierzulande nicht unbedingt imagefördernd ist.

Das Album

Bonnie Tyler: The Best Is Yet To Come. Earmusic/Edel.

„The Best Is Yet To Come“ ist der Titel ihres jüngsten Albums. Barack Obama hatte den Slogan nach einem von Frank Sinatra gesungenen Song für seine zweite Amtszeit gewählt. Danach aber kam das ganz Schlimme.

Für Bonnie Tyler scheint der Titel nun eine Selbstbeschwörung zu sein, dass da noch etwas geht. Ihre Produzenten aber haben sie mit einem üblen 80er-Jahre-Sound ausstaffiert, der es kaum zulässt, dass sich die 69-Jährige mit einem angemessenen Alterswerk zu präsentieren vermag. Allenfalls Cover-Versionen von Donovans „Catch The Wind“ oder „I’m Not In Love“ von 10CC haben das Zeug, Bonnie Tyler in ein rechtes Licht zu rücken und sie vielleicht doch noch von der Kirmes zu holen.

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