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Jahrhunderthalle

Tarata-Ting, Tarata-Tong

  • VonStefan Michalzik
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Mireille Mathieu ist durch und durch Profi bei ihrem Konzert in Frankfurt. Die Fallhöhe im Programm: Gnadenlos.

Ihre Fans verehren sie. Was tun da schon die paar altersbedingten Schwächen bei der Intonation – wäre ja kleinlich. Aber ganz im Ernst: Selbstverständlich ist Mireille Mathieu durch und durch Profi und bietet eine durch und durch souveräne Show, in der sie, wie es sprichwörtlich heißt, „alles gibt“. Gut zwei Stunden lang (mit Pause), vor einem mittelprächtig besetzten Saal in der Frankfurter Jahrhunderthalle.

Wer in den siebziger Jahren mit Glamrock und später dann Punk aufgewachsen ist, für den war die brave Mireille Mathieu ein Teil dessen, was sich die Eltern in der Donnerstagabendunterhaltung des ZDF bei Hans Rosenthal und Wim Thoelke anschauten. Dass auch so etwas gekonnt sein will und Mathieu ein Format hat, das dem Gros der deutschen Schlagerstars dieser Zeit nicht gegeben war – davon wollten wir natürlich nichts wissen. Heute sind es keineswegs nur Rentner, die im Konzert der mittlerweile 71-Jährigen sitzen, wenngleich sie überwiegen. Es sind aber auch nicht wenige Leute mittleren Alters gekommen, und ein paar ganz junge. Im Repertoire wechseln sich – arg schematisch, die Bildung von Blöcken wäre dramaturgisch angeraten – ständig französische Chansons und Schlager mit deutschsprachigen Erfolgen ab. Ein paar Nummern vom großen Vorbild Edith Piaf sind obligatorisch. Riesenapplaus gerade dafür. Im einen Moment ein Piaf-Klassiker, im nächsten ein deutschsprachiger Mathieu-Hit wie „Tarata-Ting, Tarata-Tong“ – das Gefälle ist schon ohne Gnade.

Unbeugsame Disziplin

Wo einen bei der Piaf Pathos und Leidenschaft mitreißen, da spürt man bei Mathieu vor allem die Erfüllung der Pflicht, samt einer vorgestanzt wirkenden Liebeserklärung ans Publikum zu Beginn und am Schluss. Die Frau macht in ihrer Art alles richtig, samt der großen Showgesten, die sie unprätentiös einsetzt. Das ist begreiflicherweise routiniert, hier wird etwas über die Bühne gebracht. Beiläufig ist das auch ein Theaterstück über das Altern. Tanzschritte vermag Mireille Mathieu, von der seit langem Probleme mit der Hüfte bekannt sind, nur noch anzudeuten; mit voll ausgesungenen Tönen geht sie klug ökonomisch um. Es ist die unbeugsame Disziplin offenbar. Unwürdig wirkt das nicht, anrührend aber auch nicht.

Einmal zwar gibt es eine französische Nummer, die mit einem gewissen Discopopwumms aufgepeppt ist. Quasi Stoßrichtung Helene Fischer. Davon abgesehen aber scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, nicht bloß musikalisch. Wie ehedem bekommt Mireille Mathieu zwischen den Nummern einen Blumenstrauß nach dem anderen und auch kleine Geschenke auf die Bühne gereicht, Hände werden geschüttelt ... Bloß mit der Autogrammstunde hinterher ist es nichts.

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