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Frankfurt

„Spotlight Jazz“ mit der hr-Bigband: Im Viervierteltakt und darüber hinaus

  • VonStefan Michalzik
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Die neue „Spotlight“-Reihe des HR ist eine blitzsaubere Einführung in den Bigband-Jazz.

Die Anfänge der Bigband-Geschichte gehen zurück auf die 1920er Jahre, aufgekommen sind diese Großensembles in einer Phase der Transformation vom frühen Jazz aus New Orleans zum Swing. Die musikalische Struktur war zunächst riffbasiert, der „Stomp“ der Rhythmusgruppe, das zum Tanz ermunternde stampfende Gleichmaß im Viervierteltakt, kam vom New-Orleans-Jazz her. Wie sich die Musik weiterentwickelt hat, wie sich die Rhythmik ausdifferenzierte und sich die Struktur im modernen Bigbandjazz schließlich von den Riffs und vom Blues löste – das und mehr wurde an diesem Abend im Sendesaal des Hessischen Rundfunks in einer so knappen wie klaren Form erklärt, mit vielen Klangbeispielen.

Der kleine Alexander, beherzt

„Jazzinteressierten oder diejenigen, die es noch werden wollen“ möchte die hr-Bigband mit ihrer neuen Reihe „Spotlight Jazz“ Komponisten, Werke und Stilepochen „auf unterhaltsame Art und Weise“ nahebringen. Eine ansprechende Form. Der referierende Dirigent Lars Seniuk ließ zwar laue Witzchen nach Art des berüchtigten Jazzmusikerhumors nicht aus, bot aber einen fundierten Schnellkurs zur Bigbandgeschichte. Die Stationen: Les Brown, Duke Ellington, Count Basie und Art Blakey, ein Funkstandard von Pee Wee Ellis sowie eine Nummer des Fusiongitarristen Volker Kriegel in der Zugabe. Der – schon sehr bühnenbewusste – kleine Alexander aus dem Publikum probierte erheiternd beherzt aus, wie es ist, eine Bigband zu dirigieren.

Auch die Bigbandkultur war in ihren Anfängen eine schwarze – die ausdrückliche Betonung dieses Umstands wäre sicherlich nicht unangebracht gewesen. Ein interessantes Thema, aufgeworfen in einer Publikumsrunde: die Frauenfrage. Nach wie vor sind die festen Stellen in den deutschen Radio-Big-Bands nahezu ausschließlich mit Männern besetzt. Die Gründe? Klischeemäßig, so die Pianistin Béatrice Kahl, Gastmusikerin bei diesem Konzert, singen Frauen in Jazz, Pop und Soul. Sie glaube aber schon, dass sie langsam nachkämen im Jazz. Es gebe sie zudem schon, freilich orientierten sie sich weniger am Mainstream. Für Seniuk geht es um „ein gesamtgesellschaftliches Ding“. Einem Mädchen werde noch immer empfohlen, Geige, Flöte oder Klavier zu lernen, und nicht Schlagzeug, Posaune oder Trompete – derweil es auf der anderen Seite kaum Männer an der Harfe gebe.

Sie glaube, schlug Kahl in die gleiche Kerbe, es habe auch mit Mut zu tun, und es gelte, Mädchen zu ermuntern mit Blick auf den Jazz und seine Instrumente.

Das Konzert ist als Video on Demand weiterhin über die Bigband-Seite verfügbar, hr-bigband.de.

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