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Elsa Dreisig, Kammerorchester Basel.
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Elsa Dreisig, Kammerorchester Basel.

Rheingau Musik Festival

Sopranistin Elsa Dreisig: Einblicke in den Unterbau

  • VonBernhard Uske
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Elsa Dreisig mit Mozart-Arien und das Kammerorchester Basel in Wiesbaden.

Volle Säle machen Stimmen voller. Das gilt für menschliche wie instrumentale gleichermaßen. Vor allem Soprane und Geigen profitieren von einem mitschwingenden, in den Resonanzfängern von Körpern und Kleidern sich sättigenden Klangraum. Der Konzertsaal ist nicht als großer Hohlraum gedacht, wenngleich er für die Massenkultur des bürgerlichen Zeitalters ein entsprechendes Volumen erhalten musste. Nicht das leiser oder halliger Werden dieser Säle ist das Problem, sondern die Zuspitzung der dünner werdenden hohen Frequenzen, wenn die Raum-Atmosphäre masselos wird. Und mit der muss man jetzt eben leben.

Im Wiesbadener Friedrich-von-Thiersch-Saal des Kurhauses trat als Gast des Rheingau Musik Festivals die medial vielerorts gefeierte Sopranistin Elsa Dreisig („Ich singe, wie ich atme...“) mit sechs Mozart-Arien auf. Gemeinsam mit dem Kammerorchester Basel. Ein Ensemble, das ebenso wie das Timbre der 30-Jährigen gerühmt wird.

Ein wenig hohl-blechern klang es jetzt im coronabedingt mächtig ausgedünnten Auditorium des Saales. Fast hielt sich die Gruppe der Sponsoren auf den Premium-Plätzen die Waage mit dem restlichen Publikum im hinteren Parkett und auf dem Rang. Hallende Schärfe, die schmalbrüstig wirkte, aber den sowieso exponierten Holzbläsern und jetzt auch den tiefen Streichern Pointiertheit verlieh.

Das bewirkte teils interessante Einblicke in den Unter- und Mittelbau der mozartschen Instrumentalwerke, die neben den Arien den Programmablauf bestimmten. Mit der „Haffner“-Sinfonie Nr. 35 sowie der Figaro- und Cosi-Ouvertüre. Allesamt vehement und gut ausgehört präsentiert von den Schweizer Musikern, die unter der anfeuernden Leitung Louis Langrées standen. Ein wenig forciert meist, wo doch das Geheimnis der mozartschen Ausdrucksbildung die Balance von leicht und schwer, von alerter Heftigkeit und starker Leichtigkeit ist.

Gleichförmig im Ausdruck

Der Wiesbadener Abend stand im Zeichen der Da-Ponte-Opern „Hochzeit des Figaro“ und „Cosi fan tutte“. Jenen raffinierten Konstrukten sozialer und erotischer Bezüglichkeit, die Mozarts heitere Aufgeräumtheit im Umgang mit integralen Abgründigkeiten klangdramatisch sich entfalten lässt. Zentrale Rezitative und Arien sehr unterschiedlicher charakterlicher und sozialer Wertigkeit kamen zu Gehör (Cherubino, Despina, Fiordiligi), die gleichförmig in ihrem Ausdruck und Habitus gesungen wurden. Dazu die undankbare Spitzigkeit der aktuellen Wahrnehmung. Der Kampf mit dem genauen Sitz der behänden Vokal-Artistik, die Mozarts Heiterkeit und Leichtigkeit verlangt, wurde von Elsa Dreisig meist gewonnen. Und die Enge der Höhe ließ zuletzt die Pamina-Zugabe („Ach, ich fühl’s“) verschwinden.

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