Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Neues Album

Poster-Boys des Electro-Punk

  • vonNadja Dilger
    schließen

Das neue Album der Briten Sleaford Mods macht Spaß.

Sleaford Mods gehören zu den bekanntesten Bands in ihrem Musikgenre, man könnte sogar sagen, sie sind die Poster-Boys des Electro-Punk. Und das, obwohl Jason Williamson und Andrew Fearn dafür viel zu männlich, viel zu alt, viel zu wütend, viel zu schnoddrig, viel zu unmodern und viel zu ungelenkig sind. Oder werden sie gerade deswegen für Festivals gebucht und bei jeder ihrer veröffentlichten Platten in etlichen Medien abgebildet? Das Rebellische, für das sie stehen, ist in der Branche ja kein Alleinstellungsmerkmal. Was macht die Sleaford Mods also so spannend?

Williamson sagte im Interview mit der „Zeit“, sie hätten seit mehr als zehn Jahren den Leitspruch: „Es sollte nicht funktionieren.“ Sie bleiben folglich der verlässliche Gegenstrom zu jedem Hype. Das gerade veröffentlichte elfte Album „Spare Ribs“ wird bereits als bestes Album der Band gehandelt. Die 13 Titel klingen anders als das, was man derzeit von Punkbands wie Viagra Boys oder Shame hört. Die Wut auf die Welt, der Frust auf die Gesellschaft steigt hier zwar ebenfalls hoch, doch wirken Sleaford Mods nicht so ranzig. Im Gegenteil: Das hüpfende Synth-Bass-Stück „Nudge It“ klingt wie ein Pop-Bonbon aus Stein, an dem sie sich die Zähne für alle reichen Hipster wetzen, denen die beiden rund 50-Jährigen gerne mal in den Hintern beißen würden.

Das Album

Sleaford Mods: Spare Ribs. Rough Trade/Beggars Group/Indigo.

Wenn Sleaford Mods eines immer waren, dann die Stimme der Arbeiterklasse, aus der sie kommen. Auf dem leicht funkigen Titelsong „Spare Ribs“ rechnen sie mit dem Materialismus ab – das pumpende „Shortcummings“ schließt Dominic Cummings, den früheren Chefberater von Ministerpräsident Boris Johnson mit ein, während das Rockstück „Glimpses“ auf einer Welle gegen Menschenfeindlichkeit und Brexit surft, zu dem das Männerduo ein zartes „Ooh“ wie einst die Beach Boys rufen. Es bleibt im Ohr.

Das zieht sich durch alle neuen Lieder. Sie klingen äußert eingängig, hitverdächtig, dabei sind die Songs teilweise retro. Das düstere „Mork n Mindy“ mit Newcomerin Billy Nomates hätte gut auf einem HipHop-Album der späten 80er, frühen 90er landen können.

Dem Deutschlandfunk Kultur sagte Williamson, er habe seine Inspirationen für das Album aus seiner Kindheit bezogen. Mit seiner „nicht funktionieren“-These passt das zwar nicht zusammen. Doch scheint es eine gute Idee gewesen zu sein. „Spare Ribs“ macht Spaß. Obwohl das nicht den Ruhm der Band erklärt, hat sie ihn sich doch verdient.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare