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Sheku und (am Flügel) Isata Kanneh-Mason. Foto: Ansgar Klostermann/RMF
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Sheku und (am Flügel) Isata Kanneh-Mason.

Rheingau Musik Festival

Sheku Kanneh-Mason in Johannisberg: Dem Cello auf der Spur

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Lotto-Förderpreisträger Sheku Kanneh-Mason mit seiner Schwester Isata beim Rheingau Musik Festival.

An die Vertrautheit von Geschwistern kommen dann doch nicht alle rein musikalischen Beziehungen heran, wie beim Rheingau Musik Festival zu sehen war, wo nun Sheku und Isata Kanneh-Mason gemeinsam auftraten. Es ist eine lapidare, selbstverständliche Vertrautheit, und dass Isata Kanneh-Mason, Jahrgang 1996, dabei eindeutig die große Schwester ist, und Sheku, Jahrgang 1999, eindeutig der kleine Bruder, erlebte das Publikum auf überaus sympathische Weise.

Die erstaunliche Familie Kanneh-Mason aus dem englischen Nottingham hat im Corona-Lockdown mit Hauskonzerten von sich reden gemacht, die Karrieren der älteren der sieben Geschwister sind unterdessen auf dem besten und ernsthaftesten Weg. Die Pianistin Isata Kanneh-Mason ist in diesem Jahr mit dem Leonard Bernstein Award des Schleswig-Holstein Musik Festival ausgezeichnet worden. Der Cellist Sheku hat schon 2020 den mit 15 000 Euro dotierten Lotto-Förderpreis des Rheingau Musik Festivals zugesprochen bekommen. Den großformatigen Scheck und ein Objekt gab es wegen des Festivalausfalls im vergangenen Jahr erst jetzt. Und ein charmantes Preisträgerkonzert im temporären Holz-Kubus von Schloss Johannisberg, in dem trotz der Coronaauflagen 550 Menschen Platz finden. Der Klang wieder trefflich, leider wieder erneut inklusive sämtlicher Nebengeräusche.

Wer kleinteilige Programme nicht so schätzt, konnte sich gleichwohl bezaubern lassen von den Werken Frank Bridges, die zwischen Debussy und Schönberg ihren eigenen, gelassenen, dezenten und dadurch aus heutiger Sicht altmodisch englisch wirkenden Weg gehen. Nach der spannenden Sonate für Cello und Klavier in d-Moll, in der die Geschwister traumwandlerisch sicher durch musikalisch vertracktes Terrain fanden, ging es später mit Miniaturstücken in gepflegte und hochkultivierte Bar-Gefilde.

Bridge war der Lehrer Benjamin Brittens, der unter anderem mit der Sonate für Cello und Klavier C-Dur op. 65 vertreten war, nach der Bridge-Sonate das zweite rahmende und längere Stück des kurzweiligen Abends. Hier bestachen Witz (Witz ohne Albernheit) und ein immenses Auskosten der versetzten Klangpassagen, das Klavier dabei dem Cello auf der Spur. Eigen und fesselnd ist der Celloklang Sheku Kanneh-Masons, von geschmeidiger Herbheit, die auch im Angerauten und Schroffen jederzeit die Musik findet. Dass der Preisträger seine Nummern ansagte wie im Jugend-musiziert-Konzert, war rührend und ist vielleicht englische Sitte.

Das Publikum, trampelnd und jubelnd, hätte gerne mehr gehört, nach einer Rachmaninoff-Zugabe war aber Schluss.

Isata Kanneh-Mason tritt am Sonntag, 15. August, noch einmal im Kubus auf, mit einem Klavierprogramm. www.rheingau-musik-festival.de

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