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Phil Spector.
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Phil Spector.

Nachruf auf Phil Spector

Seine Klangmauer

  • Harry Nutt
    vonHarry Nutt
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Nachruf zum Tod des einflussreichen Musikproduzenten Phil Spector.

Für den kurzen Zauber eines Popsongs fand er nicht nur eingängige Melodien, sondern auch schöne Worte. Für jeden Kuss, so versprach Phil Spector der im Lied Angebeteten in „Be My Baby“, gäbe er drei zurück. Ein Handel im Modus des exponentiellen Wachstums. Phil Spector hatte den Song 1963 zusammen mit Jeff Barry und Ellie Greenwich für die Ronettes geschrieben, ein weibliches Trio aus New York, das damit gleich einen Welthit mit hohem Haltbarkeitswert landete.

Das lag nicht zuletzt an der besonderen Produktionsweise, für die Phil Spector vier Gitarristen, vier Keyboarder – darunter Leon Russel, der als Bandleader von Joe Cocker legendär wurde – sowie zwei Schlagzeuger engagierte. Hinzu kamen noch Geigen und Kastagnetten. Aus dieser Form der Überorchestrierung ging die sogenannte „Wall of Sound“ hervor, eine Klangmauer, die als Spector-Sound in die Popgeschichte einging.

Spätestens von da an war der exzentrische Phil Spector ein gefragter Produzent. Er arbeitete mit John Lennon, Yoko Ono und George Harrison zusammen, nachdem es zuvor bei der Produktion des Beatles-Albums „Let It Be“ zum Streit zwischen John Lennon und Paul McCartney gekommen war. Letzterer lehnte den von Spector bevorzugten intensiven Einsatz von Streichern und Backgroundsängerinnen ab.

Bei Soloaufnahmen von Lennon und Harrison war Spector Anfang der 70er Jahre aber wieder mit von der Partie, insbesondere bei der Produktion von Harrisons herausragendem Soloalbum „All Things Must Pass“ sowie der Single „My Sweet Lord“, die später von einem Gericht als Plagiat verurteilt wurde, das man auch Phil Spector zuschrieb. Zu seinen größten Erfolgen zählt ferner das durch Ike und Tina Turner berühmt gewordene Stück „River Deep, Mountain High“, in dem Spector auch seine Nähe zum Soul unter Beweis stellte.

Phil Spector gefiel sich in der Rolle des umtriebigen Tausendsassas. In Peter Fondas und Dennis Hoppers Film „Easy Rider“ von 1969 spielte er einen Drogendealer und in der Serie „Bezaubernde Jeannie“ gab er einen Plattenproduzenten.

Später aber geriet Phil Spector immer öfter durch sein unstetes Privatleben in die Schlagzeilen. Seine Frau Ronnie (von den Ronettes) ließ sich mit der Begründung scheiden, von ihm geschlagen und psychisch gequält worden zu sein. Im Jahre 2003 wurde die Schauspielerin Lana Clarkson durch einen Revolverschuss in Spectors Haus getötet, wofür Phil Spector des Totschlags für schuldig befunden und schließlich zu einer Haft von 19 Jahren bis lebenslänglich verurteilt wurde.

Späte Fotos zeigten einen vom Leben schwer gezeichneten Popstar. Am Samstag ist Phil Spector 81-jährig in einem Gefängnis in Kalifornien an den Folgen einer Covid-19-Infektion gestorben.

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