Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Eine Statue des Komponisten Ludwig van Beethoven steht in Bonn.
+
Eine Statue des Komponisten Ludwig van Beethoven in Bonn.

Platte du jour

Sein neuer Weg

  • vonStefan Schickhaus
    schließen

Andreas Staiers Einspielung der Klaviersonaten op. 31 und opp. 34/35 .

Ludwig van Beethoven war 32 Jahre alt, als er eine Weiche stellte. Er war in Wien, war als Pianist und auch als Komponist erfolgreich, seine beginnende Taubheit allerdings machte sich bemerkbar. „Ich bin nur wenig zufrieden mit meinen bisherigen Arbeiten“, so zitierte sein Freund Wenzel Krumpholz den Komponisten am Scheideweg. „Von heute an will ich einen neuen Weg einschlagen.“ Ein neuer Weg: Beethoven wollte persönlicher werden, politischer auch, wollte Standpunkte postulieren. Gerne mit Witz, mit Kraft, mit Bühne. Seine Musik sollte sprechen, kommentieren, eine Meinung haben.

Drei Klaviersonaten stammen genau aus der Zeit dieses Richtungswechsels, der Pianist Andreas Staier hat sie jetzt zusammen mit den Variationszyklen Opus 34 und 35 auf einem Hammerflügel eingespielt – die Doppel-CD trägt den Titel „Ein neuer Weg“, was plastisch ist und sowohl der Werkauswahl als auch der Interpretation gerecht wird. Denn Staiers Beethoven klingt neu, frisch, ja mit einem frischeren und vitaleren Zugriff kann man sich diesen eigentlich – zumindest was die Sonaten betrifft – altbekannten Stücken kaum nähern.

Staier, der 65-jährige Spezialist für historische Tasteninstrumente, bewegt sich seit den 80ern immer etwas quer zum Musikmarkt. Bei seinen Konzerten hat er meist Noten vor sich, vom modernen Flügel hält er sich fern, Rachmaninow sei ihm zu schwer, gibt er zu. Von Gesamteinspielungen hält er nichts, seine CD-Projekte sind gezielt gesetzte Nadelstiche – die allesamt sensationell gut gelingen. „Nervensäge zu sein, ist meine Arbeitshaltung“ – als solche tituliert, wurde er einst der Musikschule verwiesen. Heute sei er froh über sein „unwilliges Image, das ich mir hart erarbeitet habe“, sagte er in einem Interview.

Hier spielt Andreas Staier nun auf einem wunderschönen Flügel aus dem Jahr 1810, gebaut von Mathias Müller, der im gleichen Jahr 1770 (unweit von Frankfurt) geboren wurde wie Beethoven. Vier Pedale, Staier setzt sie lustvoll ein, herrliche Farben liefert dieses Original. Man höre nur den Schlusssatz der Es-Dur-Sonate op.31/3: Ein rasender Ritt „con fuoco“ durch die Register, mit Bassbreitseiten, die das Fortepiano aus jeder Reserve locken. Diese CD ist ein Standpunkt, ganz der neue Beethoven eben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare