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Moderat in Wiesbaden

Schon ziemlich erwachsen

Mit Größe haben sie inzwischen auch kein Problem: Moderat mit dem neuen Album im Wiesbadener Schlachthof.

Von Tim Gorbauch

So genau weiß niemand, wann sie so riesengroß geworden sind, wann aus diesem Elektroding aus Berlin eine auch international gefragte Supergroup wurde. Der Schlachthof in Wiesbaden jedenfalls ist seit langem ausverkauft, mehr als 2000 Menschen sind gekommen, um drei Enddreißiger zu hören, die schon eine Ewigkeit elektronische Musik machen.

Gernot Bronsert und Sebastian Szary waren mit Modeselektor so was wie Szenegrößen, zwei ehemalige Rave Kids, die als euphorische Technoproduzenten vor allem deshalb so gut waren, weil sie sich nicht in der Nische abschotteten, sondern die Ohren offen ließen für andere Sounds. Sascha Ring, auch er bald 40, lotete dagegen als Apparat die Schnittstelle zwischen Song und Track immer wieder neu aus, sein verhangener, oft schwebender Gesang brach mit den Routinen des Elektroproduzenten, dem es irgendwann zu langweilig war, auf der Bühne bloß einen Laptop aufzuklappen.

Als die Drei sich vor ein paar Jahren zusammenfanden und Moderat gründeten, war es zunächst eher ein Spiel. Der Versuch, wie es Sascha Ring gerade dem „Rolling Stone“ erzählte, „aus unseren jeweiligen Schubladen rauszukommen“. Das jedenfalls ist ihnen gelungen, denn längst ist ihre Musik nicht mehr nur Teil einer irgendwie gearteten Elektroclubszene, sondern ein neuer, universeller Popentwurf, der in seinen besten Momenten, nämlich in der Gleichzeitigkeit von Melancholie und Euphorie, die Weite und die Intensität von Sigur Rós oder Thom Yorke besitzt.

Das live herzustellen, ist für Moderat fast schwieriger, weil das instrumentale Theater fehlt. Sie setzen deshalb auf üppige, vom Berliner Designkollektiv Pfadfinderei großartig entworfene Visuals, vor denen sie meist als Schattenriss thronen. Man merkt schnell, dass Moderat mit Größe kein Problem haben, sondern sie ganz im Gegenteil geradezu umarmen. Bei „Bad Kingdom“, ihrem fettesten Hit, recken sich etwa 1000 Smartphones in die Höhe. Goodbye, Nische!

Gerade ist auch ein neues Moderat-Album erschienen, III, das den Weg zum hybriden Future Pop konsequent weitergeht. Böse Zungen nennen das wahlweise „Techno für Erwachsene“ oder auch den neuen „Konsenspop“, schwelgerisch und melodietrunken, Musik zum Tanzen und zum Träumen. Bronsert, Szary und Ring ist das ziemlich egal. Erstens fühlen sie sich inzwischen auch schon einigermaßen erwachsen. Und zweitens, sagen sie, sei groß schon ziemlich geil.

Moderat: III. Monkeytown Records.

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