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Santiano
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Santiano an der Ostsee.

Wenn die Kälte kommt

Santiano begeben sich ins ewige Eis

Santiano-Songs klingen groß und hymnisch, sie erzählen Geschichten von Heimat und Abenteuer, Liebe und Tod. Auch auf dem neuen Album bleiben sie ihrem Stil treu - und probieren dennoch etwas Neues aus.

Flensburg - Die Fragen, die sich Santiano zu Beginn der Arbeit an einem neuen Album stellen, sind immer ähnlich.

„Wie schaffen wir es, Santiano zu bleiben, und trotzdem ein neues Thema für uns zu entdecken. Welche Tür können wir noch öffnen, um wieder eine gute Geschichte zu erzählen?“, sagt Leadsänger Björn Both im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Nachdem sie über Meere gesegelt und Boote durch Wüsten gezogen haben, zieht es sie diesmal ins ewige Eis.

Für Santiano, die dieses Jahr ihr zehnjähriges Bestehen als Band feiern, ist „Wenn die Kälte kommt“ das fünfte Studiowerk, 2019 erschien zudem ein MTV-Unplugged-Album. In ihren Songs vermischen die „Seemänner“, die im nördlichen Schleswig-Holstein leben, verschiedene Genres: Irish Folk, Pop, Rock und Shantys. Sie singen stimmgewaltig, oft hymnisch. Die Lieder handeln von Heim- und Fernweh, Liebe, Tod und Hoffnung.

Auch das neue Album unterscheidet sich darin nicht. Außer dass es vielleicht noch mal eine Stufe zulegt, musikalisch und konzeptionell. Eigentlich sollte das Album - für Both „natürlich das geilste Album, das wir je gemacht haben“ - im Mai erscheinen. Wegen Corona wurde der Veröffentlichungstermin auf den Oktober verschoben.

Björn Both, Axel Stosberg, Hans-Timm Hinrichsen, Andreas Fahnert und Pete Sage nehmen ihre Hörer mit in eine Zeit, in der der Brite Robert Falcon Scott und der Norweger Roald Amundsen sich einen (für Scott tödlichen) Wettlauf um die Eroberung des Südpols lieferten. Santiano standen vor einem Problem: „Wie willst du das in einem Lied erklären?“, fragt Stosberg im dpa-Gespräch. Das gehe nicht - es brauche Zeit, Höhen und Tiefen eines solchen Abenteuers zu erzählen.

„Daher haben wir uns entschlossen, ein Konzeptalbum zu machen, mit einem Thema, das sich wie ein roter Faden durchzieht“, so Stosberg. Bei der Plattenfirma sei die Idee gut angekommen, weil sie etwas Besonderes war.

Auf dem Video zum Titelsong kämpfen sich Santiano mit vereisten Bärten und Gesichtern in historisch anmutender Kleidung durch Schneestürme und Eismassen. Sieht sehr real aus, ist aber Fake, sagt Both. Eigentlich sollte der Dreh wie üblich irgendwo in einer zur Szene passenden Umgebung stattfinden. Aber wegen der Pandemie war das nicht möglich. „Also haben wir bei 25 Grad im Schatten getan, dass wir 25 Grad Minus hatten.“ In einem Kieswerk bei Flensburg, im August, mit kleingeschredderten Papierschnipseln und Windmaschinen.

Für Helge Petersen vom 1. Offiziellen Santiano-Fanclub hat „Wenn die Kälte kommt“ das Potenzial, sein neues Lieblingsalbum zu werden, wie er der dpa am Rande der Release-Party in Glücksburg bei Flensburg kurz vor der Veröffentlichung sagte. „Ich persönlich liebe es breit, fett, groß, noch größer. Da schwimme ich mit den Jungs mit. Und dieses Album ist ja definitiv noch mal ne Schippe mehr.“

Bereits das Debüt „Bis ans Ende der Welt“ (2012) katapultierte Santiano an die Spitze der Charts. Und da landeten bisher alle Alben der Band aus dem Norden. Rund vier Millionen Tonträger hat sie seit ihrer Gründung verkauft, zahlreiche Preise, Gold-, Platin-, Diamantauszeichnungen eingeheimst. Ihre Songs wurden nach Angaben der Plattenfirma rund 600 Millionen Mal gestreamt.

Erhöht das den Druck? Both verneint. Sie seien allerdings Sportler genug, um zu wissen, dass der Zweite der erste Verlierer ist. „Aber wir sehen das auch mit 'nem Augenzwinkern. Das ist auch der Grund, warum es funktioniert“, sagt der Sänger. „Man darf das nicht verbissen sehen. Aber es mit 'nem grinsenden Händereiben wieder auf 'ne Eins bringen zu wollen, ist ja nichts Schändliches.“ dpa

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