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Die zentralen Zwillinge der Formation.

Formation

Runde, knackige Sache

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Sie machen kein Gedöns, dafür wird man sofort neugierig: "Look At The Powerful People" heißt das Debütalbum der Band Formation.

In Kürze kommt die britische Band Formation zu zwei Konzerten nach Deutschland. Gute Gelegenheit, ein paar warme Worte über ihr Debütalbum „Look At The Powerful People“ zu verlieren. Und ja: Die Formation heißt wirklich Formation.

Die CD hat sich vor allem mit dem Auftakt-Track „Drugs“ im CD-Spieler festgebissen. Das Lied ist in der Tat eine Droge. Einfallsreicher Schlagzeugbeat zum Auftakt (mit Kuhglocke); süchtig machendes Bassriff von Jonny Tams, pikant angezerrt, mit dem Plektrum gespielt; dann Will Ritsons leicht telefonhafte Stimme und die fanfarigen Synthi-Sounds seines Zwillingsbruders Matt. Runde, knackige Sache.

„We are no longer individuals. We are the powerful people“, ruft die Internetseite der Londoner Band, erklärte Brexit-Gegner, dem Besucher entgegen. Keine Einzelgänger, sondern ein machtvolles Volk, und weiter: Zusammen, nicht getrennt. Inklusiv, nicht exklusiv. Neu definiert, nicht vordefiniert. „Welcome to the Gang.“

Die Gang ist ganz bewusst keine Gitarrenband und kann mit dieser Art Musik auch nichts anfangen, wie die stilprägenden Zwillinge in Interviews betonen. Das Abhandensein einer Sechssaitigen fällt auf, es schadet dem Sound aber nicht. Durchaus interessant wäre, „Drugs“ mit feinen Gitarrenlicks zu hören statt der später doch arg dominanten Keyboardteppiche. Um sich selbst macht das Quintett kaum Gedöns. Das Line-up ist kaum herauszufinden, in den Videoclips spielen generell nicht alle fünf mit. Die Fachpresse vergleicht die jungen Briten schon ausgiebig mit anderen Bands, die von Brüderpaaren dominiert werden (Oasis, Kinks, Jesus and Mary Chain, Lolek & Bolek, äh, nein, Bee Gees? Auch nicht).

Das Album jedenfalls macht gleich neugierig. „Drugs“ bleibt zwar unübertroffener Höhepunkt der zehn Songs, aber Titel wie das groovende „Powerful People“, das ebenfalls enorm tanzbare „Ring“ und das hüpfende „A Friend“, alles von einem dezidierten Bass getragen, wecken Erinnerungen an Kollegen wie Hard-Fi oder die Killers.

Wer einen ersten Zugang zu Formation über Youtube sucht, wird sich wundern: Da dominieren düstere Bilder die Szene. Ausgerechnet in „A Friend“ polieren zwei Männer einander dermaßen die Schnauze in der U-Bahn, dass man gar nicht mehr hinschauen kann.

Andere Filme zeigen Tätowierungsprozeduren und die Resultate auf verziertem Körper. Die powervollen People fahren vorwiegend auf Geländemotorrad-Hinterrädern mit hochgerissenem Lenker durch die Gegend. Merkwürdig. Was soll’s, die pure Musik taugt. Die Band spielt am 19. Mai in Hamburg und am 20. Mai in Berlin.

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