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Rocko Schamonis sehr persönliches Album „All Ein“

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Rocko Schamoni
Rocko Schamoni hat viele Talente. © Georg Wendt/dpa

Es ist bereits sein 12. Solo-Album: Auf „All Ein“ beschäftigt sich Rocko Schamoni mit dem Älterwerden, Zwischenmenschlichkeit, sich selbst und Romy Schneider.

Hamburg - Er ist ein Gesamtkunstwerk und ein Tausendsassa, Punk und Post-Punk, Autor und Schauspieler, Clubbetreiber und Musiker: Rocko Schamoni.

Nun veröffentlicht der 56-Jährige sein bereits zwölftes Solo-Album „All Ein“. Wie so viele Alben derzeit ist es ein Werk, das während der Corona-Lockdowns entstand. Der Name ist Programm, denn Schamoni produzierte das Album allein, spielte alles selbst ein. Das Resultat sind zehn Songs, die ziemlich elektrolastig sind und nach 80er-Jahre-Synthie-Disco klingen.

Textlich geht es allerdings, typisch Rocko Schamoni, tief. In der Isolation nur sich selbst ausgesetzt, bleibt nur der Blick in den Spiegel. Darum geht es in „Das bin nicht ich“ - ums Älterwerden und darum, dass man irgendwann sein Spiegelbild nicht mehr in Einklang mit dem Selbstbild bekommt. Als Kontrapunkt zur Vergänglichkeits-Thematik setzt Schamoni auf einen Pop-Chor im Hintergrund und leichte Disco-Beats. „All Ein“ ist ein sehr persönliches Album.

In „Ich und mein Schatten“, das musikalisch ebenfalls elektronisch und leicht wabernd und hüpfend daherkommt, geht es um eine Hassliebe zur eigenen Depression. Rocko Schamoni sagt dazu: „Der Song geht um Leute, die ihre Depressionen pflegen, weil sie in die eigene Depression narzisstisch verliebt sind und sie nicht loslassen können. Wenn man so will, habe ich da aus eigener Erkenntnis geschrieben.“

Eher an Filmmusik erinnern hingegen der sphärische Opener „Liebe ist das Licht der Erde“ und das sanft-poppige „Inseln des Lichts“. Natürlich darf für den experimentierfreudigen Künstler Rocko Schamoni auch eine kleine Verrücktheit nicht fehlen. Für „Romy & Rocko“ schnitt der bekennende Romy-Schneider-Fan Filmzitate von ihr mit und montierte sie mit selbst eingesprochenen Sätzen zu einem neuen Dialog zusammen, der in mit E-Gitarren vertontem Sex endet. Noch ein Tipp: Das Album sollte man in Ruhe von vorn bis hinten hören und der Geschichte, die Rocko Schamoni erzählt, folgen. dpa

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