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Rapper Cro mit sommerlichem Album „11:11“

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Rapper Cro
Der Rapper Cro bei der Verleihung der "About You"-Awards. © Henning Kaiser/dpa

Cro bringt momentan mit großer Geschwindigkeit ein Werk nach dem anderen heraus. Auf seinem neuen Album sind Zeit vergessen, Wahrnehmen und Fühlen angesagt.

Berlin - Neue Musik, Live-Auftritte, Digitalkunst und eine eigene Modekollektion - Cros Kreativität scheint grenzenlos zu sein. Der 32-Jährige verliert keine Zeit: Innerhalb von knapp eineinhalb Jahren veröffentlicht er nun schon seine zweite Platte: „11:11“.

„Es ist alles einfach natürlich gekommen und lief so unverkopft“, sagt der Musiker im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Das neue Werk sei auch sein Lieblingsalbum: „Es passt zum Sommer, es macht gute Laune, und immer, wenn ich es höre, muss ich sofort losdancen.“ Wer den Künstler kennt, weiß, dass sich seine melodischen Songs mit den lockeren Reimen schnell zum Ohrwurm entwickeln und gute Laune verbreiten.

Vergangenes Jahr feierte der als Carlo Waibel in der Nähe von Stuttgart geborene Rapper das 10-Jährige seines bisher größten Hits „Easy“. Darauf folgten 15 Gold- und 21 Platinplatten - und mit „Trip“ (2021) sein fünftes Album in Folge auf Platz eins der Deutschen Charts.

An die kleinen Dinge denken

Der neue Titel „11:11“ stehe für ein Ritual, das Cro und sein Team haben: „Immer wenn es 11:11 Uhr ist, egal ob morgens oder abends, halten wir die Minute kurz an“, sagt er. Es gehe darum wertzuschätzen, was man bereits habe. „Einfach auch nur, dass man gesund ist, so die kleinen Dinge“, sagt der Musiker. „Man hält zu wenig an und checkt mal, dass man eigentlich schon echt gut ist und man bräuchte gar nicht mehr.“

Thematisch dreht sich „11:11“ besonders um das schönste Hochgefühl, das es gibt - die Liebe. „Du und ich allein, ich mag das, ruf' mich an, wenn du mich brauchst, ich glaub' ich bin in love“, rappt Cro im ersten Song „Hey Love“. Dieses verliebte „Was kostet die Welt“-Gefühl zieht sich durch den ganzen Track und wird von stimmungsvollen Beats begleitet. Ähnlich verliebt und unbeschwert klingen Tracks wie „Fallin“ oder „Feelings“.

Neben den heiteren Liebessongs zeigt sich Cro aber auch von seiner verletzlichen Seite. Denn die Liebe ist nicht immer „easy“. „Du gehst nicht ran, denn du weißt, die Distanz ist zu weit“, singt er in „Facetime Luv“ über eine Fernbeziehung, die nicht zu funktionieren scheint.

Der Song „Freiheit“ wirkt wie die Suche nach dem richtigen Weg zum Glücklichsein. Einerseits sind da der Erfolg und die Unabhängigkeit - andererseits die Einsamkeit und der scheinbare Wunsch nach Verbindung: „Ich hab die ganze Zeit so Sehnsucht nach mehr Nähe, doch ich steh' hier mit keinem“, singt Cro.

Entsprechend nachdenklich darüber, ob sich das ständige Streben nach „mehr“ wirklich lohnt, klingt Cro im Titelsong, der in zwei geteilt ist: „Mein Leben lang versucht unendlich zu werden, doch wozu ständig gewinnen, wenn sogar Champions sterben“.

Im vorletzten Stück „Crobot“ beschreibt der Musiker den Zustand des Menschen als Maschine: „Ich produziere, programmiere, ich kann alles außer lieben“. Bei den vielen Projekten, die Cro neben der Musik am Laufen hat, scheint die Beschreibung „Maschine“ passend. „Ich kann gar nicht anders, ich muss was tun, sonst geht es mir auch nicht gut“, sagt er.

Der Künstler hat Live-Auftritte, designt Mode und veröffentlicht eigene Kunstwerke unter dem Alias „Carlito“. Sein Werk „Michelle“ brachte er in diesem Jahr sogar als NFT-Kunstwerk raus. NFTs (für Non-fungible Token), die in der Kunstszene gerade boomen, ermöglichen es, digitale Inhalte mit einem nicht austauschbaren Besitzzertifikat zu versehen.

Doch trotz des ganzen Trubels schafft es Cro, mit seiner Musik immer eine ganz besondere Stimmung zu kreieren: im Moment sein und einfach nur zu fühlen. dpa

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