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Die Gruppe N.W.A hat Rap in den 90er-Jahren wesentlich geprägt (Szene aus Straight Outta Compton).

Sprechgesang

Musik: Rap war für Künstler schon immer ein Vehikel, um politische Botschaften zu senden

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Rap, ein Musik-Genre, eignet sich schon immer dafür, um soziale und politische Missstände anzuprangern. Hier erfahren Sie, was über Rap wichtig ist. 

  • Rap hat traditionsreiche Wurzeln in der Musik.
  • Erste Einlagen reichen bis auf Blues-Aufnahmen aus den 1920er-Jahren zurück.
  • Außerdem ist Rap untrennbar mit Hip-Hop verbunden. 

Rap ist schneller, rhythmischer und markanter Sprechgesang und Genre in der Musik. Gleichzeitig gehört Rap zur Kultur des Hip-Hop. Nachdem sich der Rap von seinen Wurzeln gelöst hat, kommt er auch in anderen Musikstilen wie Po, Eurodance, Crossover, Digital Hardcore und Nu Metal vor. Die Underground-Szene des Raps grenzt sich deutlich von ursprünglicher Hip-Hop-Musik ab. 

In vielen Rap-Liedern wollen die Protagonisten durch Authentizität bestechen. Manche Rapper bedienen sich des Stilmittels des „Storytelling-Rap“, das mit „Geschichten erzählen“ übersetzt werden kann. Außerdem ist „Battle-Rap“ nach wie vor populär. Dabei treten zwei Künstler gegeneinander an und versuchen sich unterhaltsam und lyrisch zu bekämpfen. 

Rap: In den 60er-Jahren verwendeten Musiker wie James Brown bereits Sprachgesänge

Auch DJs spielten deshalb Platten mit Rap-Gesängen. Dazu wurden die Platten von bekannten Funk-Musikern gescratcht und backspinned. Beim „backspin“ spielt der DJ zwei Songs gleichzeitig und erzeugt dadurch einen Loop, also die Wiederholung einiger Takte. 

Erste Rap-Einlagen kamen bereits in frühen Blues-Aufnahmen ab den 1920er Jahren auf. Ende der 60er-Jahre zeigte sich dann der Einfluss der Bürgerrechtsbewegung und der Black Panthers. Musiker wie James Brown, die Last Poets oder Gil Scott-Heron verwendeten Rap, um politische Botschaften zu verbreiten. Ende der 70er-Jahre gab es in New York einen Trend, selbstorganisierte Partys in Abrisshäusern der Ghettos zu feiern. 

Rap: Der erste kommerzielle Musik-Erfolg kam in den 80er-Jahren auf

Diese Veranstaltungen wurden Blockpartys genannt. Dort wurde Rap gespielt, um die Crowd anzufeuern. King Tim III (Personality Jock) von der Fatback Band gilt als erste reine Rap-Aufnahme - aber auch frühere Platten von The Last Poets waren wegweisend. In den 80er-Jahren stellte sich erstmals für Interpreten wie Grandmaster Flash & the Furious Five und Rappers Delight kommerzieller Erfolg ein. 

Seit jeher greift Rap politische und soziale Themen auf. Dafür ist unter anderem Public Enemy bekannt. Der Musikstil wirkte als Vehikel, um Botschaften zu verbreiten und Missstände anzuprangern. In den 90er-Jahren wird das Leben in den amerikanischen Ghettos wieder aufgerollt. Viele Texte der Rapper handeln von den Problemen mit Kriminalität und Drogen. Manche distanzieren sich davon. Andere befürworten das. 

Rap: In den 90er-Jahren gab es eine Fehde zwischen West- und Eastcoast

Fluchwörter werden offen ausgesprochen. All das führte auch zu Indizierungen von Tonträgern. Infolgedessen führte KRS-One die Bezeichnung „Conscious/Street Rap“ ein. Einige Rap-Gruppen wie N.W.A oder einzelne Rapper wie Tupac, Eazy E oder Ice Cube hatten deshalb ein schlechtes Image in den Medien. Der Begrif des Gangsta-Rap wurde popularisiert. Übrigens wurde der Aufstieg der Gruppe N.W.A 2015 verfilmt und kam in die Kinos.

An der Westcoast und der Eastcost entwickelte sich der Rap unterschiedlich. Das führte letztlich zu einem „Krieg“ zwischen den beiden repräsentativen Labels Death Row Records, das von Suge Knight geführt wurde (Westcoast) und dem Label Bad Boy Entertainment (geführt von Puff Daddy, Eastcoast). 1996 und 1997 eskalierte die Auseinandersetzung. 2Pac (Tupac Shakur) und Notorious B.I.G wurden bei Drive-bys erschossen. Bis heute sind die Taten nicht aufgeklärt. Weitere bekannte Ikonen sind Ice-T, Snoop Dogg und Dr. Dre. 

Mittlerweile ist Rap zu einem weltweiten Genre geworden - auch schon längst in Deutschland

Rap ist mittlerweile zu einem weltweiten Genre geworden. Der Sprechgesang ist nämlich nicht nur auf die englische Sprache beschränkt. In Frankreich machen sich Rapper das Genre zu eigen, um über die Probleme in den Pariser Vorstädten zu diskutieren. 

Aber auch in Großbritannien, Italien, Deutschland, Polen, Iran, Japan, Österreich, Türkei Russland und der Schweiz erfreut sich Rap immer größerer Beliebtheit.

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