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Frank Peter Zimmermann, Violine, und Martin Helmchen, Klavier, im Kurhaus Wiesbaden.
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Frank Peter Zimmermann, Violine, und Martin Helmchen, Klavier, im Kurhaus Wiesbaden.

Musik

Die perfekten Debütanten

Frank Peter Zimmermann und Martin Helmchen als Duo in Wiesbaden.

Ohne Aufheben, dafür mit einem rasanten Konzert hat sich eine neue Duo-Formation im Wiesbadener Kurhaus vorgestellt. Erwartungsgemäß setzen der Violinist Frank Peter Zimmermann und der Pianist Martin Helmchen nicht auf Testniveau an, wenn sie sich vornehmen, beim Rheingau Musik Festival in nächster Zeit – in den nächsten Jahren, das Festival hat einen langen Atem – die zehn Violinsonaten von Ludwig van Beethoven zu spielen. Der gemeinsame Auftritt zweier unpräteniöser Musiker wirkt vielmehr vertraut wie sehr lange vorbereitet, was insofern stimmt, als jeder Solist für sich ein profilierter Beethoven-Interpret ist. Heimisches Terrain für beide, das muss kein Vorteil sein, ist hier aber einer.

Eigenständig und doch wie aneinandergeschmiegt die musikalischen Entwicklungsbögen von Flügel und Geige, Partner einer Verbindung, die erst kurz vor Beethoven sich entwickelte. Seinerzeit war das Neue daran, aus heutiger Sicht erstaunlich, nicht die Aufwertung des Klavier-, sondern des Violinparts. Insofern bewundert der Hörende inzwischen eher, wie markant Helmchen sich ins Spiel zu bringen weiß. Kein Zweifel jedenfalls, dass Ebenbürtigkeit herrscht, eine perfekte Duettsituation, die ohne ein solches technisches Niveau nicht herzustellen wäre. Noch im fulminanten, zuweilen wüsten Finalsatz der zehnten Sonate geht kein Ton im Gewimmel unter.

Die Reihe fängt nämlich am Ende an, mit den Nummern acht bis zehn, darunter also die neunte, die berühmte Kreutzersonate. Groß ist der Sprung von der quirligen, aber auch unspektakuläreren achten. Und auch ohne Tolstois Novelle kann beim Zuhören der Kreutzersonate auffallen, dass das Duettieren hier einen aus Sicht eifersüchtiger Beobachter bedenklichen Grad an Leidenschaftlichkeit erreicht. Wie Zimmermann und Helmchen dabei keine Kraft an eine Zurschaustellung derselben verschwenden, wie die voransausende, mäandernde Musik transparent und ungemein detailliert bleibt, ist eleganter kaum umzusetzen. Der zugegebene langsame Brahms-Satz dokumentiert Beethovens Genie.

Etliche Zimmermann-Helmchen-Beethoven-Termine sind in den nächsten Wochen geplant. Im Rheingau geht es dann am 18. Juli 2019 weiter.

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