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"Messa di Gloria"

Operntenors Abendgebet

  • vonBernhard Uske
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Die Frankfurter Kantorei singt im HR-Sendesaal sakrale Musik von Puccini und Verdi.

Dafür, dass Kirchliches eine so markante Rolle in ihren Opern spielt, ist der Ertrag echter Kirchenmusik bei Puccini und Verdi bescheiden. Prozession, Inquisition, Eremit, Messe und Abendgebet zu Nutz und Frommen eigener Kreativität zu gestalten ist sicherlich attraktiver, als sich im Dienste anderer in vorgegebenen rituellen Bahnen zu bewegen.

Um diese sakrale Musik Puccinis und Verdis ging es beim Konzert der Frankfurter Kantorei im Sendesaal des Hessischen Rundfunks. Im Mittelpunkt stand Giacomo Puccinis „Messa di Gloria“: die Konservatoriums-Abschlussarbeit des 18-Jährigen. Jenes Werk, in dem man den späteren Puccini-Ton schon an vielen Stellen greifen kann. Ein populärer Ton, weit weg vom damals verblassenden gregorianischen Liturgiegesang, der gleichzeitig bei anderen Komponisten wieder entdeckt und restauriert wurde.

Liebe, Theatralik und Religion – das ist in einer musikalischen Don-Camillo-Atmosphäre, wie sie in Italien eher anzutreffen ist als anderswo, eine Einheit und die Oper so etwas wie ein säkularisiertes Bild dafür. An hymnische Prozessionsmusiken, wie man sie heute noch im Süden erleben kann, erinnerte die „Motetto per San Parlino“, die Puccini ein Jahr vor der Messa komponierte: noch ganz konventionell. Während dreißig Jahre später Puccini zum vierten Jahrestag des Todes von Giuseppe Verdi eine reduzierte, sich strenger in die kanonische Ordnung der Requiem-Liturgie einfügende, kurze Sequenz schuf – ähnlich einem klingenden Gedenkblatt. Von Verdi selber erklang sein spätes „Pater Noster“ von 1880.

Ein großer Auftritt, treffliche austarierte Raffinessen

Es war ein großer Auftritt der Frankfurter Kantorei und ihres Leiters Winfried Toll, der das Konglomerat von Frömmigkeit, Akademismus, Populismus und harmonischen Spannungen samt tektonischen Raffinessen trefflich austarierte und in eine belebte, leichtfüßige Verlaufsform brachte. Die Kantorei wartete mit profilstarkem Forte, mit distinguiertem, luftdurchlässigem Piano auf. Behende, der massenchorischen Schwerkraft enthoben die aufstiebenden Partien im Gloria, wo auch die refrainartigen Dreiklangstreppen federnd genommen wurden. Die Männerstimmen im Unisono-Gesang makellos; das heikle, unbegleitete Verdi-Vaterunser intonatorisch in schönster Sicherheit.

Daniel Schmutzhards Bariton füllte mit seinem gut timbrierten Volumen den Raum; Seil Kims Tenor schwebte darin leicht und sicher. Die Camerata Frankfurt war in den Bläsern und den tiefen Streichinstrumenten besonders gut.

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