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Dave Gahan macht auch mal den Schwan.
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Dave Gahan macht auch mal den Schwan.

Depeche Mode in Frankfurt

Und noch einmal für alle

  • VonVolker Schmidt
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Massenmusik können sie einfach: Depeche Mode in der Frankfurter Festhalle.

Wo bleibt die Revolution? Als Auftrittsmusik für Depeche Mode schallt „Revolution“ von den Beatles aus den Festhallen-Lautsprechern. Große Ansage: „Wir alle wollen die Welt verändern.“ Schaumermal. Wo bleiben die Melodien? Die erste Hand voll Songs, von „Going Backwards“ über „It’s No Good“ und „A Pain That I’m Used To“ bis „Useless“ und „Precious“ betont die minimalistisch-repetitiven Synthbass-Figuren aus dem Fundament des Depeche-Mode-Stils, die hymnischen Oberstimmen fehlen noch. Am Sound liegt das nur zum Teil, die Tontechnik holt alles aus der Festhalle, was rauszuholen ist, in hirnrindenmassierender Lautstärke. Sänger Dave Gahan hält es nicht lange aus im Jackett, lässt bald in Weste die Tattoos blinken. Schlaksig stakst er über die Bühne, pirouettiert, dreschflegelt mit den langen Armen, knickst und windet sich, greift sich ans Gemächt. Cool links nebendran Gitarrist Martin Gore, auch mal mit Gitarre in weihnachtsplätzchenkonformer Sternchenform, rechts obendrüber Andrew Fletcher in der Keyboardburg. Steil geht die Stimmungskurve nach oben, nur manchmal ein wenig abgeflacht für Atempausen. Folgsam reagiert die ausverkaufte Halle auf Anweisungen zum kollektiven Händewedeln. Die Großleinwand hat wenig zu tun, leuchtet meist dekorativ vor sich hin. Wer aus der letzten Reihe späht, dürfte sich etwas häufigere Bilder der Band wünschen.

Das Publikum übernimmt

Für „World in My Eyes“ tauscht Gore die Gitarre mit dem Keyboard, für „Insight“ lässt Gahan ihn allein mit Peter Gordeno am Synthklavier. Für DM-Outsider: die eigentliche Band sind das Trio Gahan/Gore/Fletcher, auch wenn Gordeno und Drummer Christian Eigner schon seit Ende der 90er mindestens live mit dabei sind. Spätestens ab „Home“ übernimmt das Publikum den Gesangspart zu wesentlichen Teilen. Denn jetzt kommen die Melodien, mit denen Depeche Mode in den 80ern die Stadien erobert hat, wenn auch wie „Enjoy the Silence“ nicht mehr im Dark-Wave-, sondern eher im Elektro-DJ-Kostüm. Was die pinken Karnickel und Schafe auf der Leinwand sollen? Egal, Hauptsache, Gore reckt den Mikrostände über die vorderen Reihen. Man lässt singen. Hier sind sie, die Melodien der großen Hymnen: „Stripped“, „Everything Counts“, „Never Let Me Down Again“. Schon im Sommer hatte die „Global-Spirit“-Tour in Frankfurt Station gemacht, damals im Stadion. Noch bis Sommer 2018 ist die Band unterwegs, vor allem in Europa, und kommt nach den aktuellen Terminen auch im neuen Jahr noch einmal nach Deutschland. Vom namengebenden, nicht mehr ganz neuen Album „Spirit“ haben es allerdings nur wenige Songs auf die Setlist geschafft, darunter „Where’s the Revolution“. Ja wo isse denn? Wahrscheinlich war die Revolution mit „Music for the Masses“, wie das stilprägende DM-Album von 1987 hieß, nie so richtig zu vereinen. Massenmusik aber können sie. „Strangelove“ als erste Zugabe darf Gore wieder allein zum Klavier singen, dann krachen „Walking in My Shoes“, „A Question of Time“ und „Personal Jesus“ in den Saal. Allgemeine Begeisterung. Feierabend.

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