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hr-Bigband

Nikki Iles bei der hr-Bigband: Schillernde Farben

  • VonStefan Michalzik
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Die hr-Bigband hat die Komponistin und Arrangeurin Nikki Iles zu Gast.

Auf dem Kontinent ist ihr Name bislang nur Eingeweihten ein Begriff, in Großbritannien hingegen ist Nikki Iles seit Jahrzehnten eine feste Größe im Jazz. „Beste Pianistin“ sowie, für ihr zwanzig Köpfe zählendes Orchester, „Jazzensemble des Jahres“ – das sind Auszeichnungen, mit denen sie in jüngerer Zeit bei den Britischen Jazz Awards bedacht worden ist. Mit guten Gründen, wie jetzt in einem Konzert in der „...invites“-Reihe der hr-Bigband im Sendesaal bestätigt.

„Very british“ und formvollendet wirkt die Komponistin, Arrangeurin und Dirigentin, Jahrgang 1963, in ihrem Auftreten, musikalisch bewegt sie sich auf der bis in die sechziger und siebziger Jahre zurückgehenden Traditionslinie eines eigenständigen Ansatzes im englischen Jazz, für den in orchestraler Form besonders auch der Name Mike Westbrook steht.

Nie unter Hochdruck

Ihre Kompositionen wie ihre Arrangements zeichnen sich durch eine Schemaferne aus. Der Charakter vieler Stücke ist ein ruhiger, doch auch wenn das Tempo anzieht, geht es nie in den Hochdruckbereich. Was mitnichten heißt, dass da keine rhythmische Verve wäre.

Die englische Volksmusik ist Nikki Iles eine wichtige Quelle, der Verarbeitungsgrad ist hoch. Da ist immer wieder viel des perkussiven Furors, angefacht von der Perkussionistin Angela Frontera in Parallelführung mit Jean Paul Höchstädter am Schlagzeug. Das mutet lateinamerikanisch an, nicht zuletzt auch wegen des Instrumentariums der Brasilianerin Frontera. Doch die Grenzen zur englischen Volksmusik – vor allem auch Volkstanzmusik – scheinen zu verschwimmen. Ohne dass es beliebig wirkte.

So dicht und straff die Arrangements wirken, Iles lässt Freiräume für die Musiker (Angela Frontera ist die einzige Frau außer Iles). Komposition und Improvisation bringt sie in ein fein austariertes Verhältnis. Markant tritt an diesem Abend – besucht wurde das zweite der aufeinanderfolgenden Konzerte – immer wieder besonders Axel Schlosser an Trompete und Flügelhorn solistisch hervor, des weiteren Steffen Weber am Tenorsaxofon und Rainer Heute am Baritonsaxofon, der Pianist Simon Seidl und Christian Jaksjö an der Posaune. Martin Scales konnte seine Qualitäten als brillanter Fusiongitarrist ins Licht setzen, fern eitler Virtuositätsschau. Bei ihrem einzigen Auftritt als Pianistin, in „Face to Face“, zeigte sich Nikki Iles als Meisterin der Aussparung. Die Nummer „Red Ellen“, gekennzeichnet durch eine fusionhafte Funkyness, hat sie der Sozialrevolutionärin Ellen Wilkinson (1891-1947) gewidmet.

Der Umgang dieser hervorragenden Arrangeurin mit dem Jazzorchester ist ein explizit zeitgenössischer, weitab der klassischen Struktur von Big-Band-Arrangements mit schafkantigen Wechseln zwischen den Sections. Hier geht es vielmehr um changierendes Klangraffinement und schillernde Farbwirkungen. Leichtigkeit und Tiefgang gehen überein.

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