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Konzert

Nicht ohne muskulösen Handschlag

  • vonStefan Michalzik
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Der Rapper Talib Kweli sparsam, die Soul Rebels ausführlicher im Frankfurter Gibson.

Eine Goldkette trägt auch er. Talib Kweli hat sich als Conscious Rapper, als Protagonist der „guten“, sozial bewussten Gegenbewegung zum „bösen“ Gangsta-Rap also, in die Geschichte des HipHops eingeschrieben. Musikalisch hat sich das schon seit seinen Anfängen Mitte der 90er in der Zusammenarbeit mit Hi-Tek und Mos Def und später seinem Solodebüt „Quality“ von 2002 unter anderem in der häufigen Verwendung von Samples aus dem Soul ausgedrückt, einem Bewusstsein für die Geschichte der Musik der Schwarzen also. Längst hat auch der New Yorker Rapper Legendenstatus; selbstironisch hat er eines seiner letzten Alben „Prisoner of Conscious“ genannt.

Nun ist Talib Kweli mit der zeitgenössisch an die Tradition der New Orleans Brass Bands anknüpfenden Blaskapelle The Soul Rebels auf Tour. Das lässt sich gleichermaßen als Besinnung auf eine weitere Tradition der Great Black Music wie auch als Variante der durch alle Popgenres verbreiteten Karrierefortschreibung nach den besten Tagen (mit aus dem Rahmen fallenden Besetzungen) verstehen.

Wie viele vergleichbare Ensembles auch bringt das achtköpfige, mit Sousaphon & Co. sowie Perkussion besetzte Ensemble die Tradition der Marching Bands aus seiner Heimatstadt New Orleans mit Funk und HipHop zusammen. Bei den eröffnenden Nummern zum ansehnlich besuchten Konzert im Frankfurter Gibson hat sich die von schmissigen Bläsersätzen gekennzeichnete Musik mit und ohne Rap ausgesprochen süffig und zugsicher präsentiert.

Alsbald stößt Talib Kweli hinzu, stilecht begrüßt der Sonnenbrillenträger die Musiker mit dem klassisch-muskulösen Männerhandschlag. Kweli bringt eine Auswahl von gerade mal sechs Nummern bis zurück zu den frühen Tagen des Duos Reflection Eternal; der 41-Jährige wirkte dabei in einer veteranenhaft überlegenen Art animiert.

Das war’s dann erst mal. Sodann landen The Soul Rebels wieder für sich kurz da, wo die neuen New Orleans Brassbands fast alle landen: bei Coverversionen. Mehr oder weniger originellen, von Rufus und Chaka Khans „Ain’t Nobody“ sowie „Sweet Dreams“ von den Eurythmics.

In der Zugabe legt Talib Kweli schließlich noch zwei Nummern drauf. Die Rap/Brass-Verbindung funktioniert in ihrer Art. Etwas Mitreißendes ist ihr nicht abzusprechen, beim Publikum kommt das gut an. Der Weisheit triftigster Schluss allerdings ist es durchaus nicht. Beinahe schon wirkt das wie ein Konzert von The Soul Rebels mit Talib Kweli als Gast.

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