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Lömsch Lehmann, Matthias Debus, Erwin Ditzner.
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Lömsch Lehmann, Matthias Debus, Erwin Ditzner.

Musik

Walküre im Trio

  • vonHans-Jürgen Linke
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Das Tonträger-Label fixcel records hat ein Dreierpaket mit dem Perkussionisten Erwin Ditzner geschnürt.

Unter dem Titel „Carte Blanche“ bucht das Enjoy-Jazz-Festival jedes Jahr einen Konzerttermin für den Ludwigshafener Perkussionisten Erwin Ditzner mit einer Besetzung nach eigenen Wünschen. Ditzner hat einen enormen stilistischen Einzugsbereich. Er hat in den 80er Jahren bei der Krautrock-Formation Guru Guru mitgespielt, war Schlagzeuger der Mardi Gras Bigband und hat mit zahlreichen Größen des zeitgenössischen Jazz gearbeitet. Mitschnitte der Carte-Blanche-Konzerte erscheinen seit einigen Jahren bei dem kleinen Tonträger-Label fixcel records. Und jetzt hat das Label dem Perkussionisten ein erstaunlich vielseitiges Dreier-Paket geschnürt.

Eines der drei Alben ist der Mitschnitt eines Trio-Konzerts mit dem Posaunisten Stephan Kirsch und dem Gitarristen und Elektroniker Nicola Hein. Es ist, in Fortsetzung der vor gut einem Jahr produzierten Studio-Einspielung „Nervous“ des selben Trios, ein improvisiertes Konzert mit klangsinnigen elektronischen Sounds, langem Atem und weitem Horizont. Ditzner zeigt sich als nuancenreich arbeitender Perkussionist, der Impulse setzt, aber auch über längere Strecken hellhörig und intensitätssteigernd mitgeht.

Die zweite Produktion enthält eines der erwähnten Carte-Blanche-Projekte. Es handelt sich um eine Duo-Aufnahme Ditzners aus dem Herbst 2019 mit einem Pianisten, der den im zeitgenössischen Jazz umraunten Familiennamen Jarrett trägt und mit Vornamen Chris heißt: Es ist Keiths jüngster Bruder. Die Aufnahme präsentiert zwei quirlige Virtuosen, die bei aller Sensibilität für die Qualitäten und Strategien des anderen klanglich und dynamisch klare Wege einschlagen und dazu tendieren, lieber mehrere Dinge gleichzeitig zu tun als eine Idee beiseite zu lassen. Dennoch entsteht kein Eindruck von Übermotiviertheit und Hektik. Chris Jarrett ist weniger an der Arbeit mit harmonischen Wendungen interessiert als sein Bruder und rollt seine Linienwerke nicht nachdenklich aus, sondern eilt lieber an ihnen entlang. Ein temperamentvolles, eng gearbeitetes Duo-Konzert.

Die Alben

Erwin Ditzner, Chris Jarrett: Ditzners Carte Blanche 2019. Live @ Enjoy Jazz. fixcel records. Stephan Kirsch, Nicola Hein, Erwin Ditzner: Live @ Hack. fixcel records. Matthias Debus, Lömsch Lehmann, Erwin Ditzner: Die Motive des Richard W. fixcel records.

Das größte Gewicht im Ditzner-Dreier-Paket aber hat ein Trio-Album mit dem Titel „Die Motive des Richard W.“; es ist auch als Doppel-Langspielplatte erschienen, was seinem kulturellen Impetus vielleicht besser entspricht als eine kleine CD. Ditzner selbst spielt in diesem Kontext die Rolle eines Sideman – gleichwohl ist bemerkenswert, wie er das tut, mit diskreter, aber unverzichtbarer Präsenz.

Aus der Nibelungen-Region

Das Wagner-Projekt war in erster Linie eines des Holzbläser Lömsch Lehmann und des Kontrabassisten Matthias Debus, die, wie Ditzner, in der Nibelungen-Region aufgewachsen sind. Sie arbeiten sich kommentierend, huldigend oder distanzierend an Motiven aus Wagners „Ring des Nibelungen“ ab.

Lehmann mischt in sein durchaus klassisch artikulierendes Klarinettenspiel zuweilen Obertöne, die Wagner gehasst hätte. Aber von unten schimmert das Rheingold im Vorspiel, es gibt viele beredt in den freien Spielfluss gefügte melodische Anspielungen, zirkularbeatmete Saxophon-Rheinwellen, Waldweben (mit Perkussions-Specht) sowie Hagen, Loge, Riesen, Zwerge und eine einsam vorbei galoppierende Walküre.

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