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Alte Oper

Museumskonzert in Frankfurt: In der neuen Welt

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Erstmals seit 18 Monaten ein Museumskonzert in voller Besetzung, Thomas Guggeis dirigiert.

Es war nicht nur ein Gefühl, es klang auch so. Das erste Museumskonzert der Saison, der erste Auftritt des Opern- und Museumsorchesters in der Alten Oper Frankfurt in voller Besetzung seit März 2020 bot einen hochklassigen und dazu auch noch originellen Neustart.

Das lag weniger daran, dass Antonín Dvoráks 9. Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ eingeplant war, denn so programmatisch der Titel für diesen zart, aber nicht schüchtern keimenden Kulturfrühherbst, so durch den Konzertbetrieb genudelt doch das Werk. Jedenfalls damals, als es noch andauernd überall große Sinfoniekonzerte gab. Dass Thomas Guggeis, Ende 20, und das Orchester es aber nun unerhört neu spielten, wäre einem schon früher aufgefallen, hoffentlich: ganz unverschult spielten sie es nämlich, klassisch groß und rückhaltlos – blühende, glühende Bläserstimmen, wie arm war die Kultur ohne sie –, dazu mit immenser Spannkraft.

Die Elastizität des Augenblicks, das einleuchtende Sich-Einlassen auf jede Passage – wie bei einer Entdeckungstour – machte offen etwa auch für die ungewöhnlich gelängten Pausen, mit denen Guggeis im Largo frappierte. Nicht nur weil Guggeis auch ein tanzender Dirigent ist, hatte der Vortrag insgesamt etwas Szenisches, überhaupt war einmal gut zu hören, dass auch Dvorák aus Wagners Musik Schlüsse gezogen hatte und Guggeis, seit dieser Spielzeit Staatskapellmeister an der Oper Unter den Linden in Berlin, ein Opernmann ist – wie er gewiss gerne bei einer vom Lockdown verhinderten Frankfurter „Salome“-Wiederaufnahme demonstriert hätte. Aber auch die lebhafte konzertante „Ariadne“ im Juni gelang ihm.

Zuvor ein eigenwilliger erster Programmteil: Charles Ives’ „Central Park in the Dark“ führte zurück an einen besonders belebten New Yorker Hochsommerabend. Überraschend ungeschmeidige Musikfetzen fliegen dabei durch eine vom Streicherteppich überzeugend ausgebreitete Dunkelheit. Guggeis, offenbar wirklich der quicklebendige Typus, verließ zwischenzeitlich sein Pult, um die Blasinstrumente als eigene Combo durch die Finsternis zu führen.

Anschließend ein zweiter Amerikaner, der jüngere Samuel Barber, dessen Violinkonzert op. 14 wie ein Zoom in Ives’ komplexe Klangwelt war: jetzt nur mehr die einzelne und sehr süffige Serenade. Violinistin Sophia Jaffé spielte sie mit zupackendem, schönem, aber nicht süßlichem Ton.

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