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Lizz Wright mit der hr-Bigband. © hr/Sebastian Reimold
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Lizz Wright mit der hr-Bigband. © hr/Sebastian Reimold

Lizz Wright & hr-Bigband

Mit spektakulärer Schlichtheit

  • VonStefan Michalzik
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Lizz Wright und die hr-Bigband mit „Gershwin!“ im Sendesaal.

Wer weiß“, hat Lizz Wright einmal gesagt, „vielleicht nehme ich ja doch irgendwann ein Jazzalbum auf“. Die Negierung von Trennungslinien zwischen den Genres ist prägend für das Werk der früh im Gospelchor musikalisch sozialisierten Pastorentochter aus Georgia von ihrem vor beinahe zwanzig Jahren erschienenen Debütalbum bis heute. Doch wenn sie tatsächlich mal ein veritables Jazzalbum vorlegen will: Wie wäre es mit einer Zusammenstellung aus den Mitschnitten der vier Auftritte (an zwei Abenden) mit dem „Gershwin!“-Programm mit ihr und der hr-Bigband unter ihrem Chefdirigenten Jim McNeely zur Eröffnung der Saison im Sendesaal des Hessischen Rundfunks in Frankfurt. „Sortenreinheit“ ist allerdings auch hier keineswegs gegeben gewesen.

Zu Beginn ihrer Karriere war Lizz Wright umstritten. Sie wurde, ähnlich wie Norah Jones, von Puristen des allzu ungetrübten Wohlklangs geziehen. Nicht zu Unrecht. Gegen die Mischung aus Jazz und Pop als solche ist ganz und gar nichts zu sagen, doch manche von Wrights Alben waren musikalisch arg flach.

Unbestreitbar hingegen ihre fabelhaften Qualitäten als Sängerin. Natürlich hat Lizz Wright auch die Standards von George Gershwin in den Frankfurter Konzerten mit ihrer reizvoll timbrierten und auch in der Zurücknahme noch voll wirkenden Altstimme in ihrem charakteristischen Personalstil gegeben, was in Verbindung mit den großartigen Arrangements von Jim McNeely zu Fassungen weitab des Geläufigen führte. Enorm der Reichtum der Klangfarben. Da sind teils samtene Tongebungen in den Soli, etwa jenem hinreißend lyrisch-weichen von Rainer Heute auf der Bassklarinette in „How Long Has This Been Going On?“ Martin Scales hingegen steuerte ein furioses Fusiongitarrensolo in „Summertime“ bei.

Eine ausgeprägte Note von Gospel und Soul ist das Kennzeichen der Interpretationen von Lizz Wright. Die kunstvolle Leichtigkeit in „S’Wonderful“ gleich zu Beginn weist schon beinahe in Richtung Easy Listening, wenngleich durchsetzt mit kompakten Soli. Die Bluesballade „Summertime“, einer von mehreren Songs aus Gershwins Oper „Porgy and Bess“, stellte sich annähernd als Gospelnummer dar. Wrights Pianist Kenny Banks hielt es bei seinem Gastauftritt in dem als Klavierballade vorgetragenen „The Nearness Of You“ zu arg mit dem Pedal, mit entsprechend klangwolkigem Resultat.

Wirkung aus der Ruhe

Spektakulär ist nichts an dem Gesang von Lizz Wright – es sei denn, man nennt die Schlichtheit spektakulär. Wright ist die Unprätentiöse unter den großen Sängerinnen im Jazz und seinem Umfeld heute, sie scheint in sich zu ruhen und schöpft daraus eine immense Wirkung.

Druck kam an den entsprechenden Stellen von der wie immer vorzüglichen Band, mitunter swingte sie; immer wieder traten die markanten Solisten hervor – unter anderem Tony Lakatos, Tenorsaxofon; Martin Auer und Axel Schlosser, beide Trompete und Flügelhorn; Olaf Polziehn am Klavier und Jean Paul Höchstädter am Schlagzeug. Das Jazzalbum ist im Grunde genommen im Kasten.

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