Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Jazzkeller Frankfurt

Mit bezirzender Frische

  • VonStefan Michalzik
    schließen

Überschäumend dynamisch präsentiert sich der eng verschränkte Triosound von Jung, Schönecker und Neubauer im Frankfurter Jazzkeller.

Das Spiel auf der Hammond-B3-Orgel hat Jimmy Smith geprägt wie kein anderer, er war es, der sie mit seinem so perkussiven wie orchestralen Sound Mitte der 50er als Instrument für den Jazz erschlossen hat. Eine Entwicklung nach Smith hat es selbstverständlich gegeben, so stark wie kaum ein anderes Instrument jedoch ist das Bild der Hammondorgel immerwährend vom Sound aus einer vergangenen Zeit geprägt.

„Groovy Organ“, das Signum über diesem Abend mit dem zum ersten Mal in dieser Besetzung spielenden Trio um den französischen Hammondspieler Jean-Yves Jung, den Kölner Gitarristen Joachim Schönecker und dem in Frankfurt lebenden Andreas Neubauer am Schlagzeug, verweist in Richtung retro. So verhält es sich tatsächlich, in einem aufgeklärten Sinne – und vor allem mit bezwingender Frische.

Es ist das erste öffentliche Konzert im Frankfurter Jazzkeller seit Oktober vergangenen Jahres, mit vierzig Zuschauerinnen und Zuschauern an mit Plexiglasplatten separierten Tischen, nach ewigen Monaten der Notbehelfsübertragungen via Stream. Und es ist das erste nach dem Tod des langjährigen Kellerwirts Eugen Hahn, dem sein Sohn Philipp am Anfang einige tief bewegte Worte widmete. Die Zeichen für diese Institution, gegründet 1952 in der mythisierten Zeit der Stadt als Metropole des deutschen Jazz der Nachkriegsjahrzehnte, stehen gut: Das beherzte Agieren von Philipp Hahn und seiner Frau Ana, die den Familienbetrieb im gleitenden Übergang übernahmen, lässt einen Kurs aus Kontinuität und Veränderung erkennen.

Überschäumend dynamisch präsentiert sich der eng verschränkte Triosound von Jung, Schönecker und Neubauer. Von bestrickendem Reiz die spieltechnische Finesse von Jung, von der lässig perkussiven Anschlagsdynamik bis zum Einsatz der Vibratoeffekte. Jung spielt einen jener reisehandlichen Klone, die dem Sound der störungsanfälligen und monströs schweren Originalinstrumente täuschend nahekommen, wenngleich eine Pedalklaviatur für die treibenden Basslinien nicht zur Verfügung steht. Schönecker hat die Geschichte der modernen Jazzgitarre von Charlie Christian bis Eddie Condon aufgesogen und ein eigenes Format weit über den technischen Schliff hinaus entwickelt. Komplex synkopisch und driveintensiv der rhythmische Puls von Neubauer. Ein satttönendes Ensemble voll Überschwang, mit drei Kraftquellen, überrumpelnd und ausgekocht.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare