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Platte du Jour - Samstag

Midori spielt Beethoven: Violinkonzert, zum Trotz

  • vonStefan Schickhaus
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Midoris inniger, delikater Beethoven.

Manche größer besetzte Beethoven-Aufnahme musste wegen der Pandemie abgesagt oder verschoben werden, so René Jacobs „Missa solemnis“-Produktion. Für ihre Einspielung des Violinkonzerts konnten die Geigerin Midori und die Festival Strings Lucerne noch das allerletzte Zeitfenster nutzen: Geprobt worden war Ende Februar in Luzern, die Asientournee war da schon gestrichen, auch ein Livekonzert konnte es nicht mehr geben. Die Aufnahmen durften sie aber fortsetzen, „im Bewusstsein, dass hinter all unserem Tun auch eine lebensgefährliche Gefahr lauert“, wie Midori im Booklet dieser Produktion schreibt. Sie spricht von einem Gefühl, „das auch Beethoven mehr als einmal in seinem Leben überkam. Man könnte es ‚Trotz-alledem-Gesinnung‘ nennen.“

Das Album

Midori/Daniel Dodds/ Festival Strings Lucerne: Violin Concerto / 2 Romances. Warner Classics.

Ob man dieser Interpretation des Beethoven-Violinkonzerts die Bedingungen vor den Mikrofonen anhören kann? Midori selbst zeigt sich jedenfalls davon überzeugt, dass der Meister „meine Kollegen und mich anleitete. Seine Arbeit lenkte und inspirierte uns, unsere Überzeugung steigerte sich von Tag zu Tag und trieb uns zu musikalischen Höchstleistungen.“

Ja, und diese Höchstleistungen zumindest kann man sehr wohl heraushören. Das D-Dur-Konzert wurde dabei nicht als Attacke gegen Covid-19 geritten, eher im Gegenteil: Es ist ein überaus inniger Ton, den die Geigerin da an den Tag legt, der langsame Mittelsatz gelingt ihr sensationell delikat, ätherisch, uneitel. Kaum Vibrato ist hier spürbar, kein künstliches Aufblasen oder Vergrößern, so schlicht und ergreifend erlebt man dieses Larghetto selten.

Auch das nicht allzu groß besetzte Schweizer Orchester, angeführt von Daniel Dodds vom Konzertmeisterpult aus, versteht sich auf einen transparenten Beethoven von großem klanglichen Reiz. Die Trompeten sind historisch ventillos, die Pauke wird mit kleinen, harten Köpfen geschlagen, raubeinig will man dennoch nicht klingen. Eher familiär – mit Midori zu arbeiten sei wie Kammermusik machen, sagt Dodds. Ein Riesenkompliment, wenn man es recht bedenkt. Stefan Schickhaus

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