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Lizz Wright und Jim McNeely mit der hr-Bigband in der Alten Oper Frankfurt.
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Lizz Wright und Jim McNeely mit der hr-Bigband in der Alten Oper Frankfurt.

Lizz Wright und hr-Bigband

Meisterin der Samtklasse

Die hr-Bigband mit der Jazzsängerin Lizz Wright, die mit einigen Qualitäten auftrumpft, in der Alten Oper.

Von Stefan Michalzik

Die hr-Bigband ist ein Jazzorchester für alle Fälle, sie ist gut für Positionen des Zeitgenössischen im Jazz, gleichermaßen brillant vermag sie swingend zu grooven. Es sind diverse Seiten, die an diesem unter dem Titel „Gershwin!“ annoncierten Abend mit dem Chefdirigenten Jim McNeely und der Sängerin Lizz Wright in der Frankfurter Alten Oper gefragt gewesen sind. Beinahe wie das gepflegte Unterhaltungsorchester der Ära des Fernsehtitanen Hans-Joachim Kulenkampff, das sie etwa zwei Musikergenerationen zurückliegend ja gewesen ist, trat die Band in der eröffnenden Instrumentalnummer „Promenade“ in Erscheinung.

Dann aber sind rasch die an die Errungenschaften von Gil Evans anknüpfenden impressionistischen Klangfarbenspiele in den Arrangements von McNeely zum Tragen gekommen. Am Hardbop ist das Spiel der grandiosen Solisten – Tony Lakatos und Steffen Weber, Tenorsaxofon; Günter Bollmann, Posaune; Axel Schlosser Trompete; Peter Reiter am Klavier; Thomas Heidepriem am Bass und weitere – ausgerichtet gewesen. Natürlich hat die Band immer wieder gegroovt, ziemlich funky zuweilen. Martin Scales an der Gitarre hat zu „Summertime“ ein Bluesrocksolo beigesteuert.

Das ist die Samtklasse: Lizz Wright ist eine Meisterin der unerschütterlichen Eleganz, in der Erscheinung wie im Gesang. Traumwandlerisch souverän bewegt sich die selbst bei einer Wirrsal in den Notenblättern noch vollends entspannt wirkende Pastorentochter aus Hahira in Georgia an der Schwelle zwischen Edelpop und Jazz.

Ihr im vergangenen Jahr herausgebrachtes Album „Freedom and Surrender“ ist ob des flauschigen Softpops der Gnade des schnellen Vergessens wert; sonst offenbart sie meist markanter ihre Verwurzelung in Gospel und Blues, auch an diesem Abend anhand der großen Songs von George Gershwin. Wright hat Klasse als großartige Songerzählerin. Sie singt mit einer vollmundigen Altstimme, das mitunter eine Spur zu reichlich angebrachte Vibrato ist keines der gnädigen Art, die Intonation ist absolut rein. Sie ist eine Balladensängerin, selbst im finalen Kracher „Fascinating Rhythm“ noch bleibt sie es.

Lizz Wright ist – Stichwort: in sich ruhend –, gewiss keine, die temperamentstrotzend auftrumpft. Ihre Qualitäten aber sind beträchtlich, in ihrer Generation – 36 Jahre ist sie inzwischen alt – gibt es keine bedeutendere Jazzsängerin der populären Art. Gespannt macht dieser Abend auf das Wagnis eines veritablen Jazzalbums mit hochkarätigen, sie fordernden Begleitern.

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