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Der Jazzer Matthew Halsall aus Manchester, vertraut und doch immer wieder überraschend. Foto: Matthewhalsall.bandcamp.com
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Der Jazzer Matthew Halsall aus Manchester, vertraut und doch immer wieder überraschend.

Jazz

Matthew Halsall: „Salute To The Sun“ – Freudvolle Geister des Universums

  • vonStefan Michalzik
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Entspannter, gruppentauglicher Jazz von und mit Matthew Halsall.

Die Musik schleicht sich zu Beginn dieses Albums förmlich ein. Ein paar mit Perkussionsinstrumenten nachgeahmte Tierlaute zunächst, dann mischt sich ein Klavier mit einem markanten Riff darunter. Ein Bass stößt hinzu, später ein Tenorsaxofon, schließlich legt sich eine leicht ätherisch tönende Trompete solistisch über diese Textur. Hervorstechendes Merkmal: alles ist ganz entspannt.

Nein, es ist nicht eine New-Age-Platte, die uns mal eben so unter die Finger gekommen ist, wenngleich die Musik von Matthew Halsall – wie auf allen vorigen seit 2008 – auch auf seinem neuen Album „Salute to the Sun“ in diese Richtung anschlussfähig ist. Sie lässt sich enorm viel Zeit, und ich habe die Wirksamkeit als Einschlafhilfe mit Erfolg erprobt – was einem Kompliment gleichkommt, da der Anspruch dieses Musikers trotzdem hoch ist.

Neue Klänge aus Manchester

Matthew Halsall, Jahrgang 1983, ist eine markante Figur der neuen Jazzszene um den in einem einstmaligen Fabrikgebäude untergebrachten Club YES in der Innenstadt von Manchester; die frühere Industriestadt im Nordwesten Englands hat sich bislang eigentlich eher mit Postpunk (Joy Division, New Order, The Smiths) und Britpop (Oasis) in die Popgeschichte eingeschrieben.

Das Album

Matthew Halsall: Salute To The Sun. Gondwana Records/Groove Attack.

Seine Idee von Musik charakterisiert Matthew Halsall als „egofrei“. Zumindest richtet sie sich in der Tat entschieden auf die Gruppe aus und ist keineswegs auf den Leader und seine Trompete fokussiert. „Mein musikalisches Konzept kennt keinerlei Grenzen und umfasst theoretisch alle Stile“, hat Halsall einmal gesagt. „Jazz ist ja normalerweise eine Solistenmusik, in der sich die Instrumentalisten in den Improvisationen profilieren. Mit schwebt eine Ensemblemusik vor.“

In den Anfängen der Arbeit mit Halsalls gerade neu besetztem Ensemble Gondwana Orchestra gab es nur grobe Skizzen als jeweilige Ausgangspunkte. Inzwischen notiert er die Stücke aus; reichlich Freiräume gibt es aber nach wie vor. Benennungen wie „Harmony With Nature“ – das ist das eingangs umrissene Stück – oder auch „Joyful Spirits Of the Universe“ verweisen unmissverständlich auf den spirituellen Charakter. Die ganze Titelliste liest sich so. Das Album wirkt eigensinnig, wenngleich auch von Halsalls vorhergehenden her bereits vertraut. Hier wird ein ganz exzellenter, modal geprägter Jazz gespielt. Auf Fusionbasis, mit Affinität zur Popmusik, in dichter Symbiose mit einem Schuss delokalisierter ethnologischer Musik, etwa dem Einsatz afrikanischer Instrumente wie dem Lamellophon Mbira und dem Balafon, einem westafrikanischen Xylofon.

Alice Coltrane mit Miles Davis

Das Harfenspiel erinnert an die große Alice Coltrane. Angesichts des vibratofreien, lyrisch-melancholischen Tons der Trompete Halsalls, der sich in den mittleren Registern bewegt, wirken die Aufnahmen an etlichen Stellen ungefähr so, wie man sich ein Zusammentreffen Alice Coltranes mit Miles Davis ausmalen könnte.

Die Alben Halsalls erscheinen auf dem von dem auch als Produzent umtriebigen Musiker vor gut zehn Jahren gegründeten Label Gondwana Records. Es stellt Vinyl in den Vordergrund und hat damit die jungen Hipster im Auge. Über den Jazz hinaus hat Gondwana Records Musiker und Musikerinnen aus Electronica, Soul und Folk unter Vertrag. Eine stilistische Offenheit, die eine Entsprechung zu Matthew Halsalls eigener Musik hat-

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