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Martin Sasse.
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Martin Sasse.

Jazz

Martin Sasse im Jazzkeller Frankfurt: Bewahrer der klassischen Moderne

  • VonStefan Michalzik
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Der Pianist Martin Sasse im Jazzkeller-Stream.

Sein festes Trio hält der Kölner Pianist Martin Sasse seit über zwanzig Jahren zusammen, zugleich jedoch sucht er stetig die Begegnung mit wechselnden Triopartnern, gerne auch zieht er einen Gastsolisten hinzu. Im Streamingkonzert aus dem Frankfurter Jazzkeller präsentierte sich nun eine bestrickende Besetzung mit dem Bassisten Martin Gjakonovski und Vladimir Kostadinovic am Schlagzeug sowie dem als Mitglied der hr-Bigband eingesessenen Tony Lakatos am Tenorsaxofon. Einen unerhört starken Eindruck machte diese Gruppe. Großartig einmal mehr das kraftvolle Spiel von Tony Lakatos, weiter und immer weiter sich fortspinnend. Ausladend, ohne auch nur einen Moment von Redundanz.

Martin Sasse ist kein Neuerer. Es wird an diesem Abend ganz althergebracht über Standards improvisiert. Drei Nummern von Cole Porter, dazu Ann Ronells „Willow Weep For Me“, darüber hinaus Kompositionen von McCoy Tyner und Wayne Shorter. Martin Sasse, auch als Studio- und Tourmusiker mit Arbeitgebern von Billy Cobham und Bobby McFerrin bis hin zu Popmusikern wie Chris de Burgh gefragt, bewahrt das Alte, vor allem die sogenannte klassische Moderne des Jazz, zwischen Bebop und Hardbop; bis zum kantig perkussiven Klavierstil von McCoy Tyner greift er aus.

Mit Gewicht auf Lakatos und Sasse improvisiert jeder reihum solo. Harmonisch-atmosphärisch fein ausdifferenziert Martin Gjakonovski am Bass, schattierungsreich und klangbewusst, wie dann auch wieder mit motorischem Elan Vladimir Kostadinovic am Schlagzeug.

Das Spiel von Martin Sasse ist von einem phänomenalen Formsinn geprägt. Er verfügt über eine historisch bestens informierte Palette bis zurück zu Innovatoren wie Earl Hines und Bud Powell. Niemals verliert er sich darüber in konventionellen Klischees. Tradition und Individualität bringt er prächtig überein. Das grandiose Frankfurter Konzert belegte eindrücklich, dass Rückgriffe auf die Jazztradition nicht in akademischer Noblesse erstarren müssen.

Unter dem Signum „#Restart“ hat der Jazzkeller kürzlich über www.gofundme.com eine Spendenkampagne gestartet, um das Überleben dieser Institution sichern und den Livebetrieb so bald wie zugelassen wiederaufnehmen zu können. Von den angepeilten 20 000 Euro zur Rettung dieses vitalen Traditionsorts der mythischen Ära des Jazz im Frankfurt der Nachkriegsjahrzehnte ist, wie Philipp Hahn, Betreiber in zweiter Generation, in seiner Ansage zu Beginn vermeldete, schon die Hälfte zusammengekommen.

Stream über www.jazzkeller.com weiterhin abrufbar.

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