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Der Tenor Martin Mitterrutzner und der Pianist Gerold Huber im Frankfurter Opernhaus. Foto: Barbara Aumüller
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Der Tenor Martin Mitterrutzner und der Pianist Gerold Huber im Frankfurter Opernhaus.

Liederabend

Martin Mitterrutzner und Gerold Huber in der Oper Frankfurt: Von außen gesehen

  • VonStefan Michalzik
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Beim ersten Liederabend der Saison im Frankfurter Opernhaus: Martin Mitterrutzner und Gerold Huber stellen „Die schöne Müllerin“ vor.

La Mélodie“, das andersartige französische Pendant zum romantischen deutschen Kunstlied, steht hierzulande nach wie vor in dessen Schatten. Sehr schade insofern, dass die Französin Sabine Devieilhe ihr Konzert mit dem Pianisten Alexandre Tharaud absagen musste. Der erster Liederabend der Saison an der Oper Frankfurt, gleichwohl hochwertig besetzt, wurde nun mit einer Position aus dem gängigen Repertoire bestritten, Schuberts Zyklus „Die schöne Müllerin“, Der aus Tirol stammende Tenor Martin Mitterrutzner gehörte etliche Jahre zum Ensemble des Hauses, Gerold Huber ist einer der herausragenden Liedbegleiter unserer Zeit.

Manch ein von der Opernbühne kommender Sänger ist zunächst am Lied gescheitert. Mitterrutzner ist hier wie da zu Hause, die Herkunft von der Oper merkt man seiner Gestaltungsweise im Lied zwar stellenweise an, aber das ist hier kein Nachteil. Den Abend beginnt er mit einer humoristischen Note, einer Rezitation des Prologs (später auch des Epilogs) des Dichters. Wilhelm Müllers Verse trägt er mit einer Süffisanz vor, die für eine fast Brechtsche epische Brechung sorgt. Auffällig akzentuiert die forsche Seite der Kontraste in den Textwiederholungen des ersten Liedes, „Das Wandern“ – das erinnert an die herbe Rhetorik mancher heutiger Barockensembles. Nach dieser kurzen Irritation überzeugt Mitterrutzner jedoch schnell, einhellig die Begeisterung am Ende.

Mitterrutzner singt ohne Prätention, exzellent schlicht der lyrisch-weiche Ton. Auf der anderen Seite lässt er immer wieder einmal den Opernsänger hören. Gerade im ersten Drittel sind einige Stelle vergleichsweise „ausgesungen“. Das geht dann an die Grenze des Liedgesangs, sprengt sie aber nicht.

In der klaren rhetorischen Durchformung wahrt Mitterrutzner eine beobachtende Distanz, den Abstand eines Außenstehenden. Das ist nicht die schmerzhaft intime Offenbarung der Seele und auch kein Bad in der romantischen Melancholie. Alles wirkt unangestrengt, die Phrasierungsnuancen sitzen, die Textverständlichkeit ist beispielhaft.

Phänomenal luzide der Klavierpart von Gerold Huber, mit gelegentlichen Pointierungen in den Einleitungen und einer immer aufmerksamen Einlässlichkeit mit Blick auf den Sänger.

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