Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Jazz-Festival in der Fabrik

Marc Copland und sein Trio in der „Fabrik“ in Frankfurt-Sachsenhausen: Flüstern, schwingen

  • VonStefan Michalzik
    schließen

Marc Copland beim Jazz-Festival in der Fabrik.

Das Jazz-Festival in der Fabrik in Frankfurt-Sachsenhausen steht – nach der Absage 2020 um ein Jahr verzögert – in seinem fünften Jahrgang. Das Programm ist reduziert, mit einer anstelle der üblichen zwei Bands an jedem der drei Abende. Alles nachgeholte Posten vom Vorjahr, hochkarätig durchweg. Für den heutigen Samstag ist die großartige Pianistin Shannon Barnett mit ihrem Quartett annonciert. Zur Eröffnung am Donnerstag trat Marc Copland mit seinem Trio auf.

Der 73-jährige US-Pianist ist ein prominenter Vertreter klassisch-modernen Musizierens. Mit ernstlichen Überraschungen ist nicht zu rechnen, aber es klingt unvermindert intensiv und spannend, verliert sich nicht im Akademismus und ist von einer Bill-Evans’schen Eleganz. Die Fabrik hat ihn als „The Piano Whisperer“ angekündigt, da ist einiges dran, an diesem Abend gilt es vor allem für einige seiner unbegleiteten Intropassagen. Und es gilt auch für sein zuletzt erschienenes, grandioses Soloalbum „John“, auf dem er Kompositionen seines 2017 gestorbenen, langjährigen Weggefährten John Abercrombie spielt.

Klassischerseits hat Coplands Musik Bezüge zu Skrjabin und Debussy, doch ist er mit seinem Trio schnell auch mal raus aus den Romantizismen und der impressionistischen Klangmalerei und mittendrin in einem beschwingten Groove. An seiner Seite der New Yorker Dauerpartner Drew Dress am Bass sowie neuerdings der im deutschen Jazz prominenten Jonas Burgwinkel am Schlagzeug. Gespielt wurden Standards von Miles Davis („All Blues“) bis zu den Beatles („And I Love Her“), das Folktraditional „Greensleeves“ und eigene Kompositionen von Copland und von Dress.

Spannung durch Reibung

Burgwinkel setzt einen markanten neuen Akzent im Vergleich zu dem nicht minder famosen Joey Baron, seinem Vorgänger. Er drängt sich nicht unbotmäßig in den Vordergrund, aber er ist ausgesprochen präsent im Gruppengefüge mit seinem raumgreifenden polyrhythmischen Nuancenreichtum. Dress ist eher kammermusikalisch orientiert – da treffen ganz unterschiedliche musikalische Charaktere zusammen, mit dem Effekt einer spannungsbildenden Reibung.

Fabrik, Frankfurt-Sachsenhausen: Jazz-Festival bis 20. November. www.die-fabrik-frankfurt.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare