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Mann mit der Harfe: Andreas Vollenweiders neue Balsam-Klänge

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„SlowFlow & Dancer“ von A. Vollenweider
Das Cover des Albums „SlowFlow & Dancer“ von Andreas Vollenweider. © 375 Media/Believe/28IF Musikpromotion/dpa

Mit entspannenden Harfen-Sounds verkaufte Andreas Vollenweider Millionen Alben und füllte große Konzertsäle in aller Welt. Nun setzt der 69 Jahre alte Schweizer sein Comeback fort. Tut gut.

Berlin - Man darf sich den Harfenvirtuosen Andreas Vollenweider wohl als zufriedenen, freundlichen Menschen vorstellen. Der auch für sein soziales und ökologisches Engagement ausgezeichnete Schweizer Musiker (69) dankt im Booklet zum neuen Album seiner Frau Beata, den gemeinsamen Kindern, deren Partnern und den „bezaubernden Enkeln“. Dass die coronabedingt lange „Reise zu unseren Hörern“ seine Geduld auf eine harte Probe gestellt hat, lässt er aber nicht unerwähnt.

Nun ist „SlowFlow & Dancer“ doch noch draußen - und das Warten dürfte sich für die zahlreichen Vollenweider-Fans, die ihm teilweise seit 40 Jahren die Treue halten, gelohnt haben. Wieder liefert der verdiente Harfenist, Komponist, Produzent und Arrangeur eine behagliche und doch spannungsvolle Mixtur aus teils streichersatten Instrumentals mit Nähe zu Ambient-Pop und Folk sowie sanften Afro-Grooves. Hier zeigt sich eine tiefe Verbundenheit mit Afrika, die von der Band Africapella und der Sängerin Ayanda Nhlangothi verkörpert wird.

Vor großem Publikum

Mehr als 15 Millionen Tonträger hat Andreas Vollenweider mit seinem entspannenden Sound verkauft. Für „Down To The Moon“ (1986) wurde er mit einem Grammy ausgezeichnet und war in den 1980er und 90er Jahren regelmäßiger Gast auch in den Popcharts. Der Mann aus Zürich spielte seine Musik vor großem Publikum etwa in der New Yorker Carnegie Hall oder in der Opera Hall von Sydney, ehe er sich nach einer längeren Pause 2020 mit dem Roman „Im Spiegel der Venus“ und dem ruhigen Album „Quiet Places“ zurückmeldete.

Die elf neuen Stücke entstanden in Zusammenarbeit mit dem britischen Produzenten Andy Wright (Eurythmics, Simply Red, Jeff Beck, Simple Minds), dem London Session Orchestra, den London Horns und Vollenweiders bewährtem Musiker-Freundeskreis. Das 43 Minuten lange, zweigeteilte Album tut mit seinen Balsam-Klängen in diesen aufgewühlten Zeiten ähnlich gut wie eine kuschelige Wolldecke oder ein warmes Schaumbad. dpa

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