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Die berühmte Madonna, hier im Mai 2017.
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Die berühmte Madonna, hier im Mai 2017.

"Rebel Heart Tour"

Madonna traut sich was

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Die Pop-Diva Madonna turnt in ihrem neuen Konzertfilm "Rebel Heart Tour" herum wie eh und je.

Madonna Louise Ciccone ist die Frau, die es in ihren 59 Jahren auf der Welt geschafft hat, eine andere Frau namens Madonna derart abzuhängen, dass man schon „Madonna Religion“ ins Internet eintippen muss, oder „Madonna Mutter Jesus“, um sie überhaupt noch zu finden. Dabei war die andere Madonna viel länger berühmt.

Aber so ist es eben, das Leben geht weiter, und gerade hat die jüngere Madonna ein Live-Album samt Live-Konzertfilm veröffentlicht, in dem sie (wieder mal) noch viel jünger aussieht – eine ihrer wundersamen Begabungen. Frisch und gelenkig, mehr als zweieinhalb Stunden hindurch. Und im Programm: Hit an Hit.

Die Aufnahmen entstanden während der „Rebel Heart Tour“ 2015/16, überwiegend in Australien. Der Film ist toll produziert, großartige Bilder, fetter Sound, vor allem untenherum. Besonders gut ist der Effekt, wenn man zuerst ein paar Tage die CD hört und sich wundert, hä, was ist das für ein Geschrei, und dann schaut man den Film und sagt: ach so. Meistens ist es dann was Sexuelles.

Nix Grande Dame

Madonna bedeutet ja immer Zeitreise. Wenn nicht gut 2000 Jahre zurück, dann doch zumindest in die frühen 80er, als die ersten Hits aufkamen, „Holiday“, „Like A Virgin“, dann „La Isla Bonita“. Man konnte damals schon „Madonna live“ als Video kaufen (oder von seinem Schlagzeugerkumpel kopieren lassen), beispielsweise vom Konzert in Italien. Diese Videokassetten, in denen noch ein Band lief. Da turnte die blonde Sängerin dann knapp bekleidet herum, vor dreißig Jahren, und was macht sie heute? Eben. Man kann nur sagen: Respekt, sie turnt immer noch. Und zwar knapp bekleidet. Nix Grande Dame.

Was sie nicht mehr so ausgiebig macht, ist beim Turnen auch live zu singen – da kommt dann schon manches im Playbackmodus, das klang sonst immer so gehetzt. Was sie aber inzwischen sehr häufig macht, ist jugendliche Umgangssprache zu benutzen. Kaum vorstellbar, dass man damals auf der „True Blue“-Tour in Italien in Jubel ausgebrochen wäre, wenn eine Sängerin 70 Mal „Motherfucker“ gerufen hätte oder: „Are you bitches in my gang?“ Aber heute, alle so: Yeah!

Ohne irgendetwas abwerten zu wollen, lässt sich festhalten, dass Madonna schon immer mehr über das Optische kam, über ihren Kultstatus, über das Gesamtkunstwerk als über die Stimme. So ist es auch auf diesem Werk. Es gibt all die Hits, es gibt jede Menge Sex, also viel Körper, unzählige Six-Pack-Bauchmuskeln der Tänzer. Die Songs sind meist in abgespeckten Live-Versionen gespielt, mal kürzer, mal mit weniger Instrumenten als im Original, teils merklich nachproduziert. Es gibt mal Stierkampf-Optik, mal 20er Jahre in Schwarzweiß, mal Glamour, mal Klampfe. Es gibt Appelle gegen Hass und Diskriminierung.

Auf der Blu-ray sind Ausschnitte zu sehen, wie Madonna nacheinander zahlreiche Fans zu sich nach oben holt, wo als tragendes Unterhaltungselement eine Banane in ihren verschiedenen Verwendungsformen zum Einsatz kommt, dankenswerterweise meist nur angedeutet. Ebenfalls als Bonus: Ausschnitte der Show „Tears Of A Clown“ exklusiv für den Fanclub in Melbourne mit Madonna als Witzereißerin. Die Frau traut sich was.

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