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hr-Bigband

Lucy Woodward & hr-Bigband: Auf erlesenem Niveau

  • VonStefan Michalzik
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Ein vielfältiger Abend mit Lucy Woodward und der hr-Bigband

Lucy Woodward ist keine klassische Jazzsängerin, ihre Phrasierung ist wesentlich an der Popmusik geschult. Immer wieder hat die englisch-amerikanische Musikerin im Studio und auf der Bühne im Hintergrund gesungen, unter anderem bei Joe Cocker, Celine Dion, Chaka Khan, Carole King, Snarky Puppy, Rod Stewart und Barbra Streisand. 2003 ist sie vom Soul- und Rock-Label Atlantic Records unter Vertrag genommen worden, später auch vom Jazzlabel Verve, wo sie mit dem Produzenten Tony Visconti (T. Rex, David Bowie) arbeiten konnte; der große Starruhm indes blieb aus. Seither bewegt sich die 43-Jährige zwischen Pop, Blues und Jazz.

Alles ist konventionell an diesem Livestream-Abend mit Lucy Woodward und der hr-Bigband unter der Leitung ihres Chefdirigenten Jim McNeely – auf erlesenem Niveau. Sämtliche Arrangements stammen von McNeely; das buntscheckige Repertoire – teils geht es auf jenes des von Woodward mit dem Gitarristen Charlie Hunter eingespielten Albums „Music! Music! Music!“ zurück – legt zu einem guten Teil den Gebrauch des elektrifizierten Basses (Hans Glawischnig) sowie des Fender Rhodes Pianos (Sebastian Scobel) nahe.

Ein knackiges Funk-Solo

Da tritt Tony Lakatos, ein Großmeister des Tenorsaxofons, in der Kategorie „knackiges“ Funk-Solo hervor, derart, dass es die erlittene Unbill ob all der Klischees auf diesem Feld glatt vergessen macht. Herrlich gleichermaßen sein Balladenton in dem auf ein ungarisches Lied aus den 30er Jahren zurückgehenden Jazzstandard „Gloomy Sunday“ von Rezsö Seres und Sam Lewis.

Die beliebig in den Funk getriebene Version des von John Farrar geschriebenen Olivia Newton-John/John Travolta-Duetts „You’re the One That I Want“ hätte es nicht gebraucht. Gleich darauf versöhnt die von Lucy Woodward mit wunderbarem Gespür für die weiten melodischen Bögen gesungene Ballade „The One I Love Is Gone“ von Countrysänger Bill Monroe, bevor mit Elmore James’ bissfest funkig umgedeutetem „Stranger Blues“ der Abend schließt. Ansehnlich auch zwei Nummern aus dem Repertoire Nina Simones. Der Eindruck dieses Abends mit der handwerklich erstklassigen Sängerin und den in ihrer Vielfalt inspirierten Arrangements von Jim McNeely ist ungleich stärker als der des arg muckerhaften Albums von Woodward und Hunter.

Dies sei, erklärt Lucy Woodward in einer ihrer Ansagen ohne Larmoyanz, ihr erstes Konzert seit fünfeinhalb Monaten. Achtzig Auftritte seien ihr im vergangenen Frühjahr abgesagt worden. Was das für eine Künstlerin bedeutet, möge man bedenken.

Als Video on Demand noch über www.hr-bigband.de

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