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Gordon Bintner, am Flügel: Michael McMahon. Foto: Barbara Aumüller
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Gordon Bintner, am Flügel: Michael McMahon.

Oper Frankfurt

Liederabend mit Gordon Bintner in der Oper Frankfurt: Wo du g’liebt mi hast

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Feines Liedgut mit dem Frankfurter Bassbariton Gordon Bintner.

Möglich, dass auf der Opernbühne der Tenor das Maß aller Dinge ist. Beim Liederabend aber regiert am Ende doch der Bariton, gerne auch ein leichter, wunderbar beweglicher Bassbariton wie der des Kanadiers Gordon Bintner. Die penible Stimmkultur, die das Kunstlied verlangt, verbindet er mit dem Vergnügen am rasch auch Opernhaften, nicht dem pathetischen Anteil daran, sondern dem spielerischen, innigen, dem kleinen, aber ausbaufähigen Drama, das die Selbstironie nicht aus dem Blick verliert.

Wie bezaubernd ist es zudem, einem Menschen zuzuhören und zuzusehen, der so offensichtlich gerne auf der Bühne steht. Eine Ehre an dieser Stelle, die wenigen zuteil wird: Als Ensemblemitglied durfte er gleichwohl einen Liederabend im Opernhaus bestreiten. An seiner Seite sein Landsmann Michael McMahon, auf dem Programm eine beherzte Mischung, auch bei den großen Namen klugerweise nicht unbedingt die Gassenhauer.

Aber zum Auftakt doch Franz Schuberts „An die Leier“, die wie der ganze Schubert-Block die Stimme sonor zum Schwingen brachte. Bintner suchte bis hin zur „Meeresstille“ und zum markerschütternden „Zwerg“ das Fahle und Abgründige, und als Könner fand er es auch sogleich. Und doch will sich seine Stimme auch bewegen, sein Körper will es ebenfalls. Ganz reizend fand das seinen Ausdruck vorerst im „Lied eines Schmieds“ aus der nachfolgenden Schumann-Gruppe (Sechs Gedichte von Nikolaus Lenau und Requiem), nach der Pause dann ohnehin.

Jacques Iberts spanisierende „Chansons de Don Quichotte“ sind ein Rollenspiel für einen Tausendsassa, die wunderlich traurige Nr. 4, „Lied vom Tod“, von Bintner zur Herzerweichung ausgeformt. Allerliebst sodann drei „Deutsche Volkslieder“ von Johannes Brahms, bei denen einem einfällt, wie Christian Gerhaher beklagte, Brahms sei zu unwählerisch bei den Texten, während Bintner sich einen großen Spaß daraus macht. „Für die Zeit, wo du g’liebt mi hast, / Dank i dir schön ... .“ Gerald Finzis „Let Us Garlands Bring“ auf Shakespeare-Texte brachte nicht nur Bintners Muttersprache ins Spiel, sondern auch eine Steigerung zum Theatralischeren und zum Tänzerischen, was wörtlich zu verstehen ist (wobei auch Iberts und Bintners Tod schon tanzte, aber noch bärig langsam).

Die beiden Kanadier waren ein sicheres Team, beschwingt bis in die Zugaben, die nach Schubert mit der scheinbaren Kuriosität eines modernen Volkslieds aus Kanada endeten. Denn das Kunstlied hat viele Facetten.

Obacht, der nächste Liederabend ist schon am 4. Januar, zu Gast dann die US-Amerikanerin Tamara Wilson.

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