Neue Musikalben

Liebe deinen Autoscooter

  • schließen

Gefährliche und weniger gefährliche Situationen für das Küchenradio. Neue Alben von Mark Forster, Tina Dico, Dead Can Dance, Soap & Skin und Olly Murs.

Der pfiffige Mark Forster hat sich für sein neues Album was Lustiges einfallen lassen: Wer die Lieder von der CD in seinen PC importiert und dann die Titel fortlaufend liest, erkennt einen Satz: Es war / Einmal / Ein Autoscooter / Und um / Gas / Zu Geben / Musste / Man / Einen / Chip In / Das Auto / Werfen. Hinten auf dem CD-Cover stehen ganz andere Lieder: „Comeback“ zum Beispiel, und natürlich auch „Liebe“, der Titeltrack. Nicht jeder Reim ist genial, aber insgesamt zeigt Forster auf dem Nachfolgealbum seines Platin-Werks „Tape“ (2016), was ihn besonders macht unter den deutschen Hiphoppern: Vielseitigkeit, Einfallsreichtum, gute Melodien, auch mal überraschende Rhythmen. Tipp von ihm: „Du bereust nicht, was du tust, du bereust, was du nicht tust.“ Kann man sich anhören.

Was Schönes

Wer noch ein Lieblingslied für diesen Herbst sucht, bitte hier entlang: „Not Even Close“, das erste Lied auf Tina Dicos im Sommer erschienenem Album „Fastland“. Das ist gar nicht „fast“, also nicht schnell, eher verhalten – und wunderschön. Die Sängerin und Komponistin ist eine Dänin, die in der isländischen Hauptstadt Reykjavik lebt und schon elf Alben veröffentlich hat, sehr erfolgreich in Nordeuropa, auch in Deutschland schon unter den Top 30 aufgetaucht, in der Elbphilharmonie aufgetreten und zwei Mal zu Gast bei „Inas Nacht“ im Fernsehen. Sehr zu Recht. Ihre Lieder sind einfach gut und tief. Sollte man sich auf jeden Fall anhören.

Was war das denn?

Als die australischen Gothic-Helden Dead Can Dance 2012 plötzlich mit „Anastasis“ (Auferstehung) wieder auf der Bildfläche erschienen, nach vielen, vielen Jahren, war das ein großartiges Wiederhören: erhaben, hymnisch, in höchstem Maße willkommen. Jetzt ein Album, das sich dem Dionysos-Mythos widmet, wie man liest (griechischer Weingott, wird zwischendurch wahnsinnig), aber im ersten Teil sehr orientalisch anmutet (instrumental), im zweiten lateinamerikanisch (mit Gesang). Mitunter eine schier endlose Aneinanderreihung von Melodien. Muss man sich womöglich sehr oft anhören, um den Zauber zu gewahren. Womöglich aber auch gar nicht.

Die schöne Österreicherin Anja Plaschg nennt sich Soap & Skin, sie sammelt Töne, Geräusche, auch „Schläge“, also akustisch, und arrangiert sie neu in ihrer Wohnung in einer ruhigen grünen Ecke von Wien. Am Ende singt sie was dazu, bringt alles hinaus aus ihrer Wohnung und macht es den Hörern bekannt. Manchmal singt sie einfach zum Klavier. 2012 landete sie mit „Narrow“ auf Platz 1 der österreichischen Album-Charts. Bitte unbedingt ihren kurzen Auftritt in der Ösi-Talkshow „Willkommen Österreich“ auf Youtube anschauen. Dann kann man ihr Album „From Gas To Solid/You Are My Friend“ mit ganz anderen Ohren hören.

Was Tanzbares

2009 einer britischen Castingshow entsprungen, eroberte Olly Murs zwei Jahre später mit „My Heart Skips a Beat“ die Herzen der Mädchen allüberall. Jetzt kommt schon das sechste Album des fleißigen Engländers. Er erfindet nicht direkt die Popmusik neu, aber man muss auch nicht panisch das Küchenradio von der Anrichte schmeißen, wenn er darin auftaucht. Kann man seiner zwölfjährigen Nichte schenken (wenn sie nicht Soap & Skin-Fan ist).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion