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Lauren Spear, die sich Le Ren nennt.
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Lauren Spear, die sich Le Ren nennt.

Debütalbum der Kanadierin Le Ren

Le Ren: „Leftovers“ – Die von der Insel kam

  • VonStefan Michalzik
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Die kanadische Folkpopsängerin Le Ren und ihr unbefangenes Debütalbum „Leftovers“.

Eine Stimme und eine Gitarre. Bei einzelnen Songs nichts als das, bei der Mehrzahl ist die darüber hinaus gehende Instrumentierung sparsam. Die kanadische Sängerin und Songschreiberin Lauren Spear, die sich in einem spielerischen Umgang mit ihrem Vornamen Le Ren nennt, hat den Folkgeist als Teenagerin bei ihrer Mutter, einer Laienmusikerin, kennen- und lieben gelernt. So hat sie sich dem Folkpopgenre verschrieben, das mehrere popmusikalische Revolutionen überdauert hat und immer wieder die schönsten Blüten treibt. „Left-overs“, das Debütalbum der in Montreal lebenden Musikerin, ist eine der schönsten in jüngerer Vergangenheit.

Heute wohnt Le Ren in der Millionenstadt, aufgewachsen indes ist sie auf der winzigen, vor Vancouver im Pazifik liegenden Insel Boven Island, auf der keine 4000 Menschen leben. Schlicht „magisch“ hat Le Ren diesen Ort genannt, an dem es abgesehen von der Natur und ab und zu einem auf dem Meer gesichteten Wal an Attraktionen wenig mehr als den Wochenmarkt geben soll. Mag sein, dass eine derartige Idylle einen idealen Nährboden für eine so traditionsverhaftete Musik darstellt. Sie bewegt sich zwischen Folk und Country, zuweilen mit einer gewissen Neigung in Richtung Nashville.

Die 26-Jährige hat sich eine wunderbare Unbefangenheit bewahrt, ihre Stimme ist rein und warm im Ausdruck. In einer sehr intimen Art spricht Le Ren von den schönen wie von den schmerzlichen Dingen des Lebens, von Sehnsüchten, Liebe und Trauer. Den Song „Dyan“ hat sie ihrer Mutter gewidmet, in einem anderen, „I Already Love You“ versichert sie schon mal dem Kind, das sie einmal haben wird, ihre Zuneigung.

Das Album:

Le Ren: Leftovers. Secretly Canadian/Cargo/375 Media.

Einfach, aber nicht naiv

Sentimental wirken die zehn Songs bei aller Melancholie nicht, auch nicht weltfern. Alles scheint wie aus dem eigenen Leben, der eigenen Gefühlswelt geschöpft. „Your Cup“, deine Tasse – damit ist jene von Le Rens Freund gemeint, der bei einem Unfall starb; der Trauer um ihn galt schon die EP „Morning & Melancholia“, die Le Ren im vergangenen Jahr veröffentlichte. Auch wenn es um Trauer geht, sind das keine Klagelieder, aus allem spricht eine elementare Daseinsbejahung. Die Texte, die Musik: alles wirkt einfach und selbstverständlich, nicht aber naiv.

In „Annabelle & Marianne“, einem Duett mit der aus Chicago stammenden Indiefolk-Musikerin Jess Shoman, die sich Tenci nennt, steht deren räudiger Gesang in einem herrlichen dialogischen Kontrast zu Le Rens makelloser Stimme. Das Walzerlied „Don’t Make Me Leave“, einer von mehreren Songs, in denen die Pedal-Steel-Gitarre auftaucht, könnte man sich bestens auf einem der klassischen Alben von Emmylou Harris aus den 70er Jahren vorstellen.

Der Kern der Aufnahmen wurde im April diesen Jahres in Portland, Oregon, eingespielt; mit Chris Cohen, ehemals Mitglied der Noiserockband Deerhoof, in der Rolle des Produzenten. Die Beiträge von Gästen wie dem Pedal-Steel-Gitarristen Aaron Goldstein und Buck Meek von Big Thief sind an deren Wohnorten aufgenommen und später hinzugefügt worden – dieser Entstehungsprozess ist dem Album nicht anzuhören.

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