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Ingo Metzmacher (hinten) und Saxofonist Xavier Larsson Paez.
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Ingo Metzmacher (hinten) und Saxofonist Xavier Larsson Paez.

Alte Oper

Da kreiselt das Cello

Die Junge Deutsche Philharmonie mit und ohne Jazz in Frankfurts Alter Oper.

Die Musik flippt aus, aber die Musizierenden müssen auf dem Quivive sein. Auch neckisch ein Cello zu drehen (wie weiland Jack Lemmon seinen Bass), erfordert Konzentration, oder eine Blume im Mund zu halten, während die vertrackten Rhythmen dringend voran wollen. Und witzig (sehr witzig!) ist das alles ohnehin nur, weil es läuft wie am Schnürchen, weil ein kompaktes Spielwerk in Gang gesetzt wird, oder wie auch immer man das nennen will, was hier stampft und seidig wogt, rattert und fließt.

Mit einem gemischten Programm, in das sich Unterhaltungs- und Jazz-Elemente von allen Seiten aus hereinschieben – „Jazz & Crime“, so der Name –, ist die Junge Deutsche Philharmonie ins neue Jahr gegangen und bestritt damit jetzt zum Abschluss der Wintertournee auch das traditionell absurd spät liegende 1822-Neujahrskonzert in der Alten Oper Frankfurt. Ingo Metzmacher dirigierte.

Bernard Herrmanns „Taxi Driver“ (1976), wahrlich ein „Nachtstück“, war zu Beginn schon sehr sensationell und legte mit irrwitziger Exaktheit fest, wie viel Sorgfalt U-Musik verlangt. Noch anstrengender in „Panic“ (1995) von Harrison Birtwistle mit dem bejubelten spanischen Saxofonisten Xavier Larsson Paez und einem sich dramatisch zuspitzenden und komplex wirkenden Geschehen, in das sich gleichwohl Jahrmarktremmidemmi quetschte. Das reichte aber noch nicht. In seinem „Concerto“ für Jazzband und Orchester von 1954 steckte der Schweizer Rolf Liebermann die teils eigenständig agierenden Jazzer und das Sinfonische effektvoll zusammen. Metzmacher schien hier vielen Dingen ihren gut vorbereiteten Lauf zu lassen, auch den reizenden blumengeschmückten Percussionisten. Ähnlich der Jazzcombo tauchten sie wie aus dem Nichts im Hintergrund auf.

Atemlos ging es in die Pause und danach zu zwei Klassikern: Alexandre Tharaud war der Luxusgast am Flügel für George Gershwins „Rhapsody in Blue“ (1924), hier rasant und dabei praktisch schwerelos dargebracht. Die Melodien in Leonard Bernsteins „Sinfonischen Tänzen“ (1960) aus der „West Side Story“ waren gänzlich der Musical-Sphäre enthoben, in die sie in Mehrzweckhallen leicht geraten. Die Zugaben, unter anderem von Aaron Copland und Gershwin, machten deutlich, dass es ewig hätte so weitergehen können. Auch Ingo Metzmacher hatte offenbar noch nicht genug, wir ebenfalls nicht.

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