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Die Junge Deutsche Philharmonie, hier in utopischer Formation. Beim Konzert mit Musik aus der spanischsprachigen Welt traten in der Romanfabrik jetzt Solistinnen auf. Und der Schauspieler Wolfram Koch. Foto: Achim Reissner/JDPh
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Die Junge Deutsche Philharmonie, hier in utopischer Formation. Beim Konzert mit Musik aus der spanischsprachigen Welt traten in der Romanfabrik jetzt Solistinnen auf. Und der Schauspieler Wolfram Koch.

Romanfabrik Frankfurt

Konzert mit Wolfram Koch in der Romanfabrik: Nach Sacsayhuamán

  • Judith von Sternburg
    vonJudith von Sternburg
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Mit der Jungen Deutschen Philharmonie und Wolfram Koch in die spanischsprachige Welt.

Literatur und Musik aus der spanischsprachigen Welt: Live gesendet aus der Frankfurter Romanfabrik spielten Solistinnen der Jungen Deutschen Philharmonie in Trio- bis Quintett-Formationen Werke von Heitor Villa Lobos, Astor Piazzolla, aber auch Barockes, Volkstümisierendes und Zeitgenössisches – letzteres mit einem gerade mit seiner knochenlosen Unverbindlichkeit packendes Kontrabass-Solo des jungen peruanischen Komponisten Daniel Cueto („Las Antaras de Celso“).

Dazwischen las der Schauspieler Wolfram Koch unberechenbare Passagen aus Baltasar Graciáns „Handorakel“-Ratgeber aus Spaniens Goldenem Zeitalter, aus dem 1958 erschienenen Roman „Die tiefen Flüsse“ des Peruaners José María Arguedas (dankenswerterweise bei Wagenbach erhältlich) und Gedichten von Jorge Luis Borges. Die Auswahl verfolgte gewiss einem Plan, der sich aber aufs Schönste nicht erschloss. Das ist gewiss eines der besonders probaten Mittel gegen Klischees. Stattdessen ergab sich in Musik und Wort eine fabelhafte anderthalbstündige Ablenkung von allem Vertrauten, darunter durch eine kulturelle Fernreise zur Inka-Festung Sacsayhuamán (in „Die tiefen Flüsse“). Gracián bereitete auf kommendes Glück vor, denn große Glücksfälle setzen – das ist erfreulich – den nicht in Verlegenheit, der noch größerer würdig ist. Koch las mit unverdrossener Präzision von der kleinen Romanfabrikgalerie herunter – einerseits damit aus einem originellen Blickwinkel, andererseits auch bizarr vor dem Toilettenschildchen platziert. Je länger diese Zeit in unserem Leben dauert, umso dankbarer sind wir trotzdem für jede Gelegenheit, an einen normalen Abend in der Romanfabrik erinnert zu werden.

Die Vehemenz der Musik, die durch die Jahrhunderte und Stimmungen (elegisch, aufgekratzt, tanzbar) andauern auf Draht blieb, wirkte insgesamt bezaubernd. Es waren auch keine Häppchen, sondern es war ein veritables Konzert. Der Abend war zugleich Auftakt zu einer neuen Reihe, „Europas Musik und ihre Verbreitung“, die im April mit dem Mutare Ensemble fortgesetzt werden soll. ith

Die Romanfabrik stellt auch dieses Video via Youtube weiterhin zur Verfügung. www.romanfabrik.de

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