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Axl Rose, hier in Rio de Janeiro.
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Axl Rose, hier in Rio de Janeiro.

Axl Rose und AC/DC

Der Königspudel kommt

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Die Nachricht der Symbiose von Axl Rose und AC/DC lässt weltweit Internetforen zusammenbrechen. Für viele Fans klingt sie wie ein schlechter Witz.

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Es ist keine gute Epoche für Rock- und sonstige Stars. Einer nach dem anderen kommt abhanden, Lemmy, Bowie, Cicero, B.B. King, James Last, Glenn Frey, Natalie Cole, Max Greger, Hugo Strasser, Prince – bei all dem Musikersterben hat man ja noch Glück, lediglich taub und durch einen Pudel ersetzt zu werden, zumal im stolzen Alter von 68 Jahren, sollte der gebeugte Rockfreund meinen.

Aber nichts da. Pulsbeschleuniger der Woche in der Sparte „Rock’n’Roll, lebendig“ ist die Auswechslung des AC/DC-Sängers Brian Johnson (68) gegen Axl Rose (54), im Hauptberuf Vorturner der US-Band Guns’n’Roses. Johnson geht das Gehör flöten. Kein Wunder, wird jeder sagen, der mal durch missliche Umstände in ein AC/DC-Konzert platzte, sagen wir: Frankfurter Festhalle, Anfang der 1990er Jahre, als gerade der Song „Thunderstruck“ aufgeführt wurde. Manchen pfeift der Kopf noch heute von diesem singulären Ereignis. Mr. Johnson gönnte sich den Donner 300 Mal im Jahr. Jetzt konnte er mitten in der laufenden Tournee die Ohren nicht mehr länger vor der Tatsache verschließen, dass er fast nichts mehr hört.

Schlimm. Aber AC/DC-Veteranen sind hart im Nehmen. Sie verkrafteten bereits das Ableben von Sänger Bon Scott, der sich kurz nach der Veröffentlichung von „Highway To Hell“ 1980 auf denselben begab. Man kann den Fans der unbeirrt in Schuluniformen vorspielenden australischen Kultrockband also eine ganze Menge zumuten – nur nicht Axl Rose, wie sich im Lauf der Woche erwies. Eigentlich fand nur der einstige Schock-Rocker Alice Cooper die Kombi Axl & AC/DC gut. Er muss es freilich wissen; Cooper geht auch auf die 70 zu.

Weltweit brachen Internetforen zusammen, sogar in Gegenden, die man bisher nicht als Hochburgen des Hardrocks identifiziert hätte, etwa Österreich. Dort maß die Tageszeitung „Der Standard“ dem eingesprungenen Sänger selbst unter Guns’n’Roses-Fans eine Beliebtheit bei, die „in der Nähe jener von Geschlechtskrankheiten“ rangiere, und betitelte Rose als „Königspudel“ des Genres.

Willkommen im Dschungel

In der Tat gemahnten die Originalfrisuren der Band im späten 20. Jahrhundert an Tierhaarperücken. Mitunter entstand der Anschein, es paarten sich prähistorische Nagetiere auf ihren Häuptern, während Rose in schneidender Alarmtonhöhe Lieder wie „Welcome To The Jungle“ absonderte. Man lästerte in jener Zeit auch über „Gnus’n’Roosters“, also Weidetiere und Hähne. Ferner wird das schnöselhafte Auftreten des Sängers gelegentlich dafür verantwortlich gemacht, dass Fans nach den Konzerten gern mal ein Stadion oder eine Konzerthalle in die Einzelteile zerlegten.

Das waren Zeiten. Die Welt, in der Rock’n’Roll noch als sexy galt, die ist allerdings noch älter. Man konnte sie gerade im Fernsehen bestaunen – in der ZDF-Serie „Ku’damm 56“.

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