CD

Klavier und Cembalo auf Augenhöhe

Unter der Klang-Lupe. Zusammen mit der israelischen Cembalistin Tamar Halperin hat der Pianist Michael Wollny eine Reihe von Kompositionen eingespielt, die diesmal mehr mit Bach als mit Romantik zu tun haben.

Was aber ist das nun? Den Jazz-Pianisten Michael Wollny kennt man aus dem vorzüglichen Trio em, als Duo-Partner des Saxofonisten Heinz Sauer, als fantasierenden Klaviersolisten bei einem Revisions-Projekt der deutschen Romanik. Und jetzt? "Michael Wollnys Wunderkammer" geht einen großen Schritt weiter in eine völlig neue Richtung:

Zusammen mit der israelischen Cembalistin Tamar Halperin hat er eine Reihe von Kompositionen eingespielt, die diesmal mehr mit Bach als mit Romantik zu tun haben. Wollny erprobt komplexe Kompositions- und Rechenarten, ohne die Nerven der Hörer zu strapazieren, und geht vor allem klanglich neue Wege.

Er richtet sein Augenmerk vor allem auf Linienwerke und Töne mit Vereinzelungstendenz, er kombiniert die Tasteninstrumente so, dass man in ihnen das Saiteninstrument hört, aus dem sie sich entwickelt haben: ein weit reichender Blick über das Terrain dieser Instrumentengattung.

Klangkombinationen entstehen, die ohne dezente Verstärkung gar nicht möglich wären, weil sich ein Cembalo und ein moderner Flügel nie dynamisch auf Augenhöhe begegnen könnten. Hier tun sie es wie unter einer Klang-Lupe. (H.L.)

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