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Klaus Doldinger, hier 2006 in Köln.
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Klaus Doldinger, hier 2006 in Köln.

Jubiläums-Album

Klaus Doldinger: The First 50 Years of Passport – Als Udo für Klaus Schlagzeug spielte

  • VonHans-Jürgen Linke
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Der Jazz-Saxofonist Doldinger blickt zurück auf ein halbes Jahrhundert Passport – natürlich inklusive Tatort-Jingle.

In den frühen 1970er Jahren war AC/DC während einer Australien-Tournee die Vorgruppe für Passport, erinnert sich Klaus Doldinger. Ein halbes Jahrhundert ist seither vergangen, AC/DC hat in der Zwischenzeit mehr Tonträger verkauft als Passport, aber Klaus Doldinger hat möglicherweise mit seiner Musik und seiner Band über all die Jahre mehr Spaß gehabt. Und er ist immer noch da. Jeden Sonntag um 20:15 Uhr zum Beispiel, wenn nach der Tagesschau der „Tatort“-Jingle – Doldinger selbst spricht lieber von seinem „Tatort-Signet-Stück“ – ertönt.

Klaus Doldinger konnte soeben (am 12. Mai) seinen 85. Geburtstag feiern. Die Warner Music Group hat das zum Anlass genommen, ihm ein Jubiläums-Album zu widmen. Es ist eine nach Doldingers eigener Auswahl bestückte Rückblick-Doppel-CD geworden ist. Klar, dass das ohne „Tatort“ nicht geht. Die bekannte, nicht-mitsingbare Komposition ist auf der ersten CD der 14. Track und wird gefolgt von kurz gefassten Versionen der Filmmusiken für „Das Boot“ und „Die unendliche Geschichte“.

Niemand wird von einem Retro-Album einen Innovationsschub erwarten. Die Musik ist aus älteren Zeiten in ausgezeichneter Form in die Gegenwart herüber gerettet und kompetent aufgearbeitet. Alles klingt prima, wie früher – oder klang die Musik in den alten Analog-Zeiten von Plattenspieler und Langspielplatten anders? Hatten wir damals eine bessere Anlage oder nur jüngere Ohren? Jedenfalls ist heute alles kratzerfrei, und die Musik bietet Wiederbegegnungen mit den guten alten Zeiten. Klaus Doldinger war kaum je von avantgardistischen Ambitionen heimgesucht. Seine Musik war im Großen und Ganzen ein stilistisch offener, an treibendem Groove und eingängiger Harmonik interessierter, stets melodiöser Mainstream, in den elektronische Klänge stilsicher eingepflegt waren und in der zwischen Rock und Jazz und lateinamerikanischen Idiomen keine scharfen Trennungslinien gezogen waren. Doldingers Passport saugte Einflüsse auf wie ein Schwamm und gab sie wieder von sich, ohne je auszutrocknen.

Das Album

Klaus Doldinger: The First 50 Years of Passport. Warner Music.

Ein Stück Rockjazz

Das Jubiläums-Album beginnt mit einem Stück Geradeaus-Rockjazz, bei dem ein gewisser Udo Lindenberg Schlagzeug spielt und Olaf Kübler, der später auch in mehreren Besetzungen des Panik Orchesters dabei war, am zweiten Saxofon neben Doldinger zu hören ist. Das war 1971. Drei Jahre später ist in „Hand Made“ (zweite CD, Track elf) ganz unverkennbar Volker Kriegel als Gast-Gitarrist mit von der Partie. Die Schlagwerker Wolfgang Haffner und Ernst Ströer begannen ihre Karrieren bei Doldinger, Curt Cress steht in mehreren Line-ups, und im 21. Jahrhundert ist Martin Scales, Gitarrist der HR-Bigband, zu vernehmen.

Trotz der vielen Namen, die in den Besetzungslisten zusammenfinden, herrschte bei Passport doch eine gewisse Stabilität. Doldinger hat die Band nie als bloßen Durchlauferhitzer verstanden, sondern immer als Working Band, deren Mitglieder sich auf und hinter der Bühne gut verstanden und gern miteinander auf Tournee gingen.

Wie sehr die Arbeits-Atmosphäre von diesem Geist geprägt war, wird auch in den Grußworten deutlich, die ehemalige Band-Mitglieder dem Album mitgegeben haben. Gleichwohl war Passport immer Doldingers Band und Ausdrucksmittel. Besetzungs-Wechsel oder -Vergrößerungen gab es, wenn und weil jemand die Band verließ oder neue stilistische Komponenten zu gestalten waren. So ist das Geburtstagsalbum ein opulenter Rückblick auf fünf Jahrzehnte Mainstream-Rock-Jazz der Marke Klaus Doldinger.

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