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Mike Rosenberg aka Passenger.
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Mike Rosenberg aka Passenger.

Passenger in Frankfurt

Keine Angst vor Trübsal

Passenger alias Mike Rosenberg ist in der Frankfurter Jahrhunderthalle aber mit Band auch sehr munter.

Von Volker Schmidt

Nach der ersten Zugabe singt die Frankfurter Jahrhunderthalle alleine weiter. So lange, bis Passenger und Band noch einmal auf die Bühne kommen. „Habt Ihr noch Zeit für zwei Songs?“, ruft der Sänger. „Zehn“, schallt es zurück. Das Publikum liebt diesen Typen mit seiner Gitarre. Er hat auch hart dafür geschuftet. „Ihr seid so schön still“, hat er ein paar Mal leicht ironisch gelobt. Zu den verträumten Gitarrensongs, mit denen Passenger alias Mike Rosenberg bekannt wurde, passt das. Aber er hat jetzt auch Kracher im Repertoire.

Passenger zelebriert sein Songwriter-Märchen: Wie großartig es doch sei, dass er mit einem einzigen in einer Dreiviertelstunde verfassten Hit 2013 den Sprung vom Straßenmusiker zum Hallen-Headliner geschafft hat. „Let her go“ heiße der und nicht „Let it go“ wie der Song aus dem Disney-Film „Frozen“. Er habe eigens den Bart wachsen lassen, um den Unterschied zur Eisprinzessin zu markieren.

Das neue Album „Young As the Morning Old As the Sea“ ist erst ein paar Wochen alt. Es ist das siebte des 32-Jährigen, und er hat die Band entdeckt. Nicht nur als Back-Up und Add-On, sondern als eigenständiges künstlerisches Mittel. Opulenter Sound, deftiger Beat.

Das sei ungewohnt „happy“ für ein Passenger-Konzert, aber keine Sorge, „the misery is coming“, kündigt Rosenberg an. Dann geht die Band, und er steht für ein paar Lieder allein da, nur sein Zupfen und Schrammeln und diese hohe, nasale, manchmal etwas fistelige Stimme, die von fern an James Blunt erinnert.

Als Opener hat Passenger „seinen Lieblingssongwriter“ dabei, Gregory Alan Isakov aus Colorado. Der wirkt mit Gitarre, Bassdrum-Pedal und manchmal Mundharmonika wie eine frühere Inkarnation Rosenbergs, wenn auch mit einer härteren Stimme.

In einer einsamen Ecke

Und mit weniger Publikums-Rapport. Ausführlich erzählt Rosenberg von dem alten Ehepaar, das sein Leben lang auf eine Weltreise gespart hat. Der Mann tritt sie alleine an, weil seine Frau stirbt. Passenger hat ihn in Kopenhagen getroffen, als er an einer einsamen Ecke sang, weil die Polizei ihn aus der Fußgängerzone vertrieben hatte. Dicker kann man die Authenzität kaum auftragen.

Den Simon & Garfunkel-Standard „Sound of Silence“ inszeniert Passenger kontrastreich mit bis ins Minimalistische reduzierten Passagen neben Stahlsaitenscheppern. Mit der Band will er jede Woche einen neuen Song covern, diesmal ist es „Ain’t No Sunshine“. Der Bill-Withers-Klassiker von 1971 zeigt einen ungeahnt souligen, kraftvollen Passenger.

Immer wieder fordert er Mitsingen, „es muss nicht schön sein, aber laut“. Und erreicht, dass die Zuhörer gut gelaunt in die Sonntagnacht gehen, gestärkt durch Zeilen wie „they say home is where the heart is, but my heart is wild and free“. Die Woche kann kommen.

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