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Jazzpianistin Kathrine Windfeld, die jetzt in Frankfurt auftrat. Foto: Cat Munro
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Jazzpianistin Kathrine Windfeld, die jetzt in Frankfurt auftrat.

Streaming-Reihe „...invites...“

Kathrine Windfeld und die hr-Bigband: Wespe, die zwinkert

  • VonStefan Michalzik
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Ganz und gar nicht auftrumpfend: Kathrine Windfeld zu Gast bei der hr-Bigband.

Die dänische Jazzpianistin Kathrine Windfeld hat den orchestralen Jazz in den Fokus ihres Schaffens gestellt, doch auf der Konzertbühne tritt sie auch mit kleinen Ensembles auf. Ihre bisher vier Alben als Leaderin seit dem Debüt „Aircraft“ vor sechs Jahren hat sie sämtlich mit ihrer eigenen Bigband eingespielt und damit international Aufsehen erregt.

Erneut gastierte die 36-Jährige jetzt bei der hr-Bigband, zum Abschluss der dreiteiligen Streamingreihe „...invites...“, die ausschließlich Frauen am Dirigierpult gewidmet gewesen ist. Wobei Kathrine Windfeld die Band weitreichend vom Flügel aus leitete und nur ab und an für einen Moment zu Beginn oder am Ende eines ihrer Stücke an- oder abdirigierte.

Windfelds Musik bewegt sich „über den Stilen“. Nummern wie eingangs „Ferry“ und gleich darauf „Latency“, das Titelstück ihres zweiten Albums, sind dynamisch gespannt, ohne zu forcieren. Kennzeichnend sind immer neue Wendungen. Zu Beginn von „Latency“ präsentiert sich Windfeld im Trio mit dem Bassisten Hans Glawischnig und Paul Höchstädter am Schlagzeug als Pianistin mit einem geschmeidig perkussiven Anschlag auf Hardbopbasis. In einer späteren Trioszene im gleichen Stück ist ihr Spiel von einer Harmonik geprägt, die an Debussy und Ravel anschließt.

Charakteristisch ist der anfänglich ganz oder nahezu unbegleitete Solist, der dann orchestral oder auch nur von einzelnen Instrumenten flankiert wird. Immer wieder auch treten Gruppen der Bläser chorisch hervor; die Tutti spielen eine eher untergeordnete Rolle. Windfelds Musik entwickelt intime Klangbilder.

Ein Zweig galt an diesem Abend aus dem Sendesaal des Hessischen Rundfunks lautmalerischen Stücken um Tiere, mit unter anderem der Nummer „Wasp“, einem Wespenflug analog zu Rimski-Korsakows berühmtem Flug der Hummel. Eine Musik gleichsam mit einem Augenzwinkern, kompositorisch findungsreich, ohne auf allzu vordergründigen Effekt ausgelegt zu sein. Im Übrigen hier von Tony Lakatos als Solist auf dem Tenorsaxofon zusehends ins Expressive und schließlich gänzlich aus der Lautmalerei herausgetrieben.

Die Kompositionen und Arrangements von Kathrine Windfeld lassen den grandiosen Solisten wie Martin Auer, Flügelhorn, Christian Jaksjø, Posaune, Steffen Weber, Tenorsaxofon, Rainer Heute, Baritonsaxofon, oder auch Martin Scales an der Gitarre mit einem Fusion-„Brett“ in „Fish“ reichlich Raum. Alles wirkungsvoll, aber nicht auftrumpfend, dazu mit einem phänomenalen Maß an musikalischer Dichte.

Das Konzert ist wie die anderen Abende der „...invites ...“-Reihe weiterhin auf Youtube abrufbar. hr-bigband.de

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